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1 (1892)
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259
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Der Myslicismus.

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Lar ist, weil keine Antwort, kein Aufschluß sie befriedigen kann.Denn es leuchtet ein, daß auch ein noch so klares, noch soerschöpfendesDarum" ein aus dem Unbewußten stammendesmechanisch-impulsivesWarum" nie verstummen machen kann.

Eine besondere Erscheinungsform der Zweifel- und Grübcl-Sucht ist die Widcrspruchswnth und die Neigung zu absonder-lichen Behauptungen, die von manchen Klinikern, z. B. Sollier'),als ein eigenes Stigma der Entartung verzeichnet wird. Sieist bei Tolstoi zu gewissen Zeiten stark aufgetreten.In demStreben nach Selbstständigkeit", berichtet Löwenfeld-),gingTolstoi manchmal über die Grenzen des Geschmacks hinaus,indem er das Hergebrachte bekämpfte, blos weil es hergebrachtwar. So nannte er . . . Shakespeare einen Dutzend-Skribentenund behauptete, die Bewunderung . . . für den großen Briten. . . habe eigentlich keine andere Ursache als die Gewohnheit,fremde Meinungen gedankenlos nachzubeten.«

Was man an Tolstoi mit am rührendsten und bewunderns-werthesten findet, das ist seine grenzenlose Nächstenliebe. Daßsie in ihren Voraussetzungen und Kundgebungen unsinnigist, habe ich schon oben gezeigt. Hier aber habe ich nachzu-weisen, daß sie ebenfalls ein Entartungs-Stigma ist. Dergeistesklare, gesunde Turgenjeff hat, ohne die Erfahrungen derIrrenärzte zu kennen, aus seiner natürlichen Empfindung her-ausdie innige Liebe Tolstois zu dem bedrückten Volke," wieLöwenfeldZ sagt,spöttisch"eine hysterische genannt." Wirwerden sie bei vielen Entarteten wiederfinden.Im Gegen-sätze zum selbstsüchtigen Geistesschwachen," lehrt Legrain^),haben wir den Geistesschwachen, der gut bis zur Uebertreibung,der menschenliebend ist, der tausend absurde Systeme aufbaut,

') Sollisr, ?» 7 vdolo-ris äs I'Iäiot st äs t'Imdsüls.

2) Löwenfcld, a. a. O. S. 100.

y Löwenfcld, a. a. O. S. 47.

-y lEAi'niu, Du äsllrs odsL Iss äö^snerss. S. 28, 195.

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