Druckschrift 
1 (1892)
Entstehung
Seite
246
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Der Mysticismus.

gehört, dessen Lieder ihn tief gerührt und entzückt haben.Der Sänger ist ein armer, kleiner, buckeliger Mann,dürftig gekleidet und halb verhungert aussehend. Auf allenBalkonen des vornehmen Gasthofs haben reiche Engländer undihre Frauen gestanden, alle haben sich an dem herrlichenGesang des armen Krüppels erfreut, als er aber den Hutabnahm und um einen kleinen Lohn für seine Kunstleistungbat, hat ihm Niemand auch nur die kleinste Münze hinabge-worfen. Nechljudow geräth in die heftigste Aufregung. Erist außer sich darüber, daßder Sänger dreimal um eineGabe bitten konnte und nicht Einer ihm das Geringste gabund die meisten ihn verlachten." Das scheint ihmeinEreigniß, welches die Geschichtschreiber unserer Zeit mitunauslöschlicher Flammenschrift in das Buch der Geschichteeinschreiben sollten." Er für seinen Theil will an dieserunerhörten Sünde nicht mitschuldig sein. Er eilt demarmen Teufel nach, holt ihn ein und schlägt ihm vor, mit ihmeine Flasche Wein zu trinken. Der Sänger nimmt an.Gleich hier ist ein kleines Kaffeehaus," sagt er, »hier kannman hinein, ein einfaches," fügt er hinzu.Das Wort,ein einfaches' brachte mich unwillkürlich auf den Gedanken,"erzählt Nechljudow in seinem Tagebuche,nicht in ein einfachesKaffeehaus zu gehen, sondern in den Schweizer Hof, wo dieMenschen waren, welche seinem Gesänge zugehört hatten. Ob-gleich er in scheuer Erregung einigemale den Schweizerhof ab-gelehnt hatte, indem er meinte, es sei dort viel zu fein, bestandich doch darauf."

Er führt den Sänger in den vornehmen Gasthof. DieDienerschaft sieht den schlecht gekleideten Vagabunden, trotzdemer in Begleitung des fürstlichen Wohngastes erscheint, mitfeindseligen und verächtlichen Blicken an. Sie weist die Beidenin denSaal zur Linken, die Trinkstube für das Volk." DerSänger ist sehr verlegen und wünscht sich weit weg, läßt abev