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1 (1892)
Entstehung
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Der Mysticismus.

gebraucht und sich Vormacht, daß sein Bild die sachliche Wirk-lichkeit sei; er nennt nämlich das Evangelium ein Licht undruft, es sei gleichgiltig, wie das Licht heiße und woraus esbestehe. Das ist richtig, wenn es sich um ein wirkliches, stoff-liches Licht handelt; aber das Evangelium ist nur bildlich einLicht, es kann offenbar nur dann mit einem Lichte verglichenwerden, wenn es die Wahrheit enthält, ob es die Wahrheitenthält, das ist erst aus der Untersuchung zu erkennen,würde die Untersuchung ergeben, daß es Menschenwerk ist undnur aus unbeglaubigten Sagen besteht, so wäre es selbst-verständlich kein Gefäß der Wahrheit, man könnte es auchnicht mehr mit dem Lichte vergleichen und das stolze Bild,womit Tolstoi die Frage nach der Quelle des Lichtes ab-sertigt, ginge in Luft auf. Indem also Tolstoi das Evangeliumrin Licht nennt und die Nothwendigkeit leugnet, seinen Quellennachzugehen, nimmt er gerade das, was zu beweisen ist, nämlichdaß das Evangelium ein Licht sei, ohne Weiteres als bewiesenan. Wir kennen aber bereits diese Eigentümlichkeit der Mysti-ker, alle ihre Schlüsse auf die unsinnigsten Voraussetzungen zubauen, Verachtung der Wirklichkeit vorzuschützen und sichgegen die vernünftige Prüfung ihres Ausgangspunktes zuwehren. Ich erinnere nur an das Wort Rossettis:Was liegtmir daran, ob die Sonne sich um die Erde dreht oder dieErde um die Sonne", und an die Aeußerung Mallarmes:Die Welt ist gemacht, um zu einem schönen Buche zu führen."

Wie Tolstoi das Evangelium behandelt, damit es ihm dieverlangten Aufschlüsse gebe, das lese man in seinerKurzenDarlegung" selbst nach. Er kümmert sich nicht im geringstenum den Wortlaut der Schrift, sondern legt in sie hinein, wasihm durch den Kopf geht. Das so von ihm ungedichtete Evan-gelium, das mit den kanonischen Schriften ungefähr so vielAehnlichkeit hat wie diePhysiognomischen Fragmente", dieJean Paulsvergnügtes Schulmeisterlein Maria Wuz in Auen-