Der Myslicismus.
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mein Leben zu bedeuten habe, und die Antwort erhalten: „„Dubist eine zufällige Verkettung von Theilchen, dem Leben wohntkeine Bedeutung inne, das Leben ist an sich ein Uebel,"" —daß ich damals zur Verzweiflung gebracht ward und mich tödtenwollte; eingedenk dessen aber, daß es früher, in der Kindheit,als ich glaubte, für mich im Leben einen Sinn gegeben hatte,und dessen, daß die Menschen um mich herum, die da glauben,— zum größer» Theile nicht durch Reichthum verderbte Men-schen, — glauben und ein wirkliches Leben führen, an derRichtigkeit der Antwort, die mir die Weisheit meiner Kreisegegeben hatte, zweifelte und mich bemühte, jene Antwort zuverstehen, die das Christenthum den Menschen gibt, die einwirkliches Leben führen."
Er fand diese Antwort „in den Evangelien, dieser Quellevon Licht." „Es war mir," fährt er fort, „völlig einerlei:war Jesus Christus nun Gott oder nicht Gott, ging der hei-lige Geist von dem oder jenem aus; es war ebenfalls wedernöthig noch wichtig für mich, zu wissen, wann oder von wemdas Evangelium oder irgend eine Parabel abgefaßt sei undob man sie Christo zuschreiben könne oder nicht. Mir warjenes Licht wichtig, das 1800 Jahre lang die Welt erleuchteteund erleuchtet; welcher Name aber der Quelle dieses Lichteszu geben sei, oder welches seine Bestandtheile seien und vonwem es angezündet sei, das war mir ganz einerlei."
Man würdige diesen Gedankengang eines mystischenGeistes: das Evangelium ist die Quelle der Wahrheit, es istaber ganz einerlei, ob das Evangelium Offenbarung Gottesoder Menschenwerk ist, ob es die unverfälschte Ueberlieferungder Schicksale Christi enthält oder Jahrhunderte nach dessenTode auf Grund verdunkelter und entstellter Sagen nieder-geschrieben wurde! Tolstoi empfindet selbst, daß er hier einenschweren Denkfehler begeht, aber er täuscht sich nach echterMystiker-Gewohnheit hierüber hinweg, indem er ein Gleichniß