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Dcr Mysticismus.
dem Gesetze der bewußten Aufmerksamkeit, sondern nach demTriebe der unbewußten Emotivität. Er nimmt wahr, waszu seinen Emotionen stimmt; das, was nicht mit ihnen zusammen-klingt, ist für ihn nicht vorhanden. So entsteht die Arbeits-methode, die Vogue in den Romanen Tolstois nachweist.Die Einzelheiten werden gleichmäßig wahrgenommen undneben einander gestellt, nicht nach ihrer Wichtigkeit für denGrundgedanken, sondern nach ihrer Beziehung zur Emotion desDichters. Einen Grundgedanken gibt es überhaupt kaum odergar nicht. Der Leser muß ihn erst in den Roman hineintragen,wie er ihn in die Natur selbst, in eine Landschaft, in einVolksgewühl, in den Zug der Weltereignisse hineintragen würde.Der Roman ist nur geschrieben, weil der Dichter starke Emo-tionen empfand und gewisse Züge des vor seinen Augen sichentrollenden Weltbildes diese Emotionen steigerten. So gleichtder Roman Tolstois dem Bilde der Präraphaeliten: eine Füllewunderbar genauer Einzelheiten, ein mystisch verschwommener,kaum erkennbarer Grundgedanke, eine tiefe und starke Emotion.Auch dies empfindet Voguö deutlich, aber wieder, ohne es sicherklären zu können. „Durch einen eigenthümlichen und häufigenWiderspruch", sagt er^), „ist dieser getrübte, schwankende Geist,der in den Nebeln des Nihilismus badet, mit einer unvergleich-lichen Helle und durchdringenden Kraft für das wissenschaft-liche" (?) „Studium der Lebenserscheinungen begabt. Er siehtdeutlich, rasch, analytisch Alles, was auf Erden ist. . . Manmöchte sagen: der Geist eines englischen Chemikers in derSeele eines indischen Buddhisten. Diese seltsame Verknüpfungmöge erklären, wer da kann; wem es gelingen würde, derwürde ganz Rußland erklären. . . Die Erscheinungen bietenihm einen sichern Boden, wenn er sie einzeln beobachtet; wenner aber ihre allgemeinen Beziehungen kennen, zu den diese Be-ziehungen bestimmenden Gesetzen, zu den unzugänglichen Ursacheny Vogus, a. a. O. S. 282.