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1 (1892)
Entstehung
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Der Mysticismus.

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schaffen. Aber selbst diese Anleihe aus Bequemlichkeit ist nurmöglich und verständlich, wenn mau zugibt, daß der Geistzwischen den Eindrücken der verschiedenen Simw gewisse Aehn-lichkeiten wahrnimmt, die manchmal durch bewußte oder unbewußteJdeen-Assoziation, häufiger aber objektiv gar nicht zu erklärensind. Hier bleibt uns nur die Annahme übrig, daß das Be-wußtsein in seinen tiefsten Untergründen von der Differenzirungder Erscheinungen durch die verschiedenartigen Sinne, dieserin der organischen Entwickelung sehr spät erlangten Vervoll-kommnung, wieder absieht und die Eindrücke ohne Rücksicht aufihre Herkunft aus diesem oder jenem Sinne nur noch als un-differenzirtes Material zur Kenntniß der Außenwelt behandelt.So wird es verständlich, daß der Geist die Wahrnehmungender verschiedenen Sinne durch einander wirft und die eine indie andere umsetzt. Binet hat in vortrefflichen VersuchendieseUmsetzung der Sinne" bei hysterischen Personen festgestellt.Eine Kranke, deren Haut an einer Körperhälfte vollkommenunempfindlich war, bemerkte es nicht, wenn man sie von ihr un-gesehen mit einer Nadel stach. Aber in dem Augenblicke desStiches tauchte in ihrem Bewußtsein das Bild eines schwarzen(bei anderen Kranken eines Hellen) Punktes auf. Das Bewußtseinsetzte also einen Eindruck der Hautnerven, der als solcher nichtwahrgenommen wurde, in einen Eindruck der Netzhaut, desSehnerven um.

Jedenfalls ist es ein Beweis krankhafter und geschwächterHirnthätigkeit, wenn das Bewußtsein aus die Vortheile derdisferenzirten Wahrnehmungen der Erscheinung verzichtet unddie Meldungen der einzelnen Sinne nachlässig verwechselt.Es ist ein Rückschritt in der organischen Entwickelung bis zuderen Anfängen. Es ist ein Hinabsteigen von der Höhe mensch-

') Alfred Binet, Lseüeroües 8ur Iss s.1töration8 <te 1s. oovseienveoder Iss d^stsriiiriss. Revue xlcklo8oxlii«zus. 1889. Band XXVII.