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1 (1892)
Entstehung
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Der Mysticismus.

stark oder schwach, jäh oder langsam ist. Sie empfangenquantitativ, doch nicht qualitativ verschiedene Eindrücke. Wirwissen z. B., daß der Rüssel oder Siphon der Bohrmuschel(kllolas äaot^Ins), der sich bei jeder Erregung mehr oder min-der kräftig und rasch zusammenzieht, für alle äußeren Eindrücke,für Licht, Geräusch, Berührung, Düfte u. s. w. empfindlichist. Dieses Weichthier sieht, hört, fühlt, riecht also mit demeinen Körpertheile, sein Rüssel ist ihm zugleich Auge, Ohr,Nase, Finger u. s. w. Bei den höheren Thieren differenzirtsich das Protoplasma. Es bilden sich Nerven, Ganglien,ein Gehirn, Sinneswerkzeuge. Jetzt werden die Bewegungenin der Natur verschiedenartig wahrgenominen. Die differen-zirten Sinne setzen die Einheit der Erscheinung in die Mannig-faltigkeit der Wahrnehmung um. Aber selbst dem höchstdifferenzirten Gehirn bleibt noch etwas wie eine sehr ferne undsehr dunkle Erinnerung, daß die Ursache, welche die verschie-denen Sinne erregt, eine und dieselbe Bewegung ist, und esbildet Vorstellungen und Begriffe, die unverständlich wären,wenn wir nicht die Ahnung der ursprünglichen Einheit desWesens aller Wahrnehmungen zugeben könnten. Wir sprechenvonhohen" undtiefen" Tönen und schreiben damit denSchallwellen Beziehungen im Raume zu, die sie nicht habenkönnen. Ebenso reden wir von Tonfärbung und umgekehrtvon Farbentönen, verwechseln also die akustischen und optischenEigenschaften der Erscheinungen.Harte" undWeiche" Linienoder Töne,süße" Stimmen sind eine häufige Ausdrucksweise, dieauf einer Uebertragnng der Wahrnehmungen eines Sinnes auf dieEindrücke eines andern Sinnes beruht. In vielen Fällen kanndiese Redeweise ohne Zweifel auf eine Trägheit des Geistes zurück-geführt werden, der es bequemer findet, die Wahrnehmungeines Sinnes mit einem geläufigen, wenn auch aus dem Be-reich eines andern Sinnes geholten Worte zu bezeichnen,als ein eigenes Wort für die besondere Wahrnehmung zu