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Der Mysticisimis.
drückt nicht eine bestimmte Vorstellung, sondern eine allgemeineEmotion des Thieres aus. Die Grille geigt, die Nachtigalltrillert, wenn sie geschlechtlich erregt sind, der Bär brummt,wenn ihn Kampfwuth bewegt, der Löwe brüllt im Lustgefühlbeim Zerreißen einer lebenden Beute u. s. w. In dem Maße,in welchem das Gehirn in der Thierreihe sich entwickelt unddas Geistesleben reicher wird, entfalten und differcnziren sichauch die stimmlichen Ausdrucksmittel und werden fähig, nichtnur allgemeine, einfache Emotionen, sondern enger und be-stimmter abgegrenzte Vorstellungskomplexe, ja sogar, wennProfessor Garners Beobachtungen über die Affensprache richtigsind, ziemlich ausschließliche Einzelvorstellungen zu versinn-lichen. Die höchste Vollkommenheit endlich erreicht der Ton alsAusdrucksmittel seelischer Vorgänge in der gebildeten, gramma-tikalisch gegliederten Sprache, da er dann der Gedankenarbeitdes Gehirns genau folgen und sie in allen feinsten Einzelheitenobjektiv wahrnehmbar machen kann. Das gedankenschwereWort zum emotionellen Laute zurückführen heißt auf alle Er-gebnisse der organischen Entwickelung verzichten und den rede-frohen Menschen zur schwirrenden Grille oder zum quakendenFrosche herabsetzen wollen. Die Anstrengungen der Symboli-sten führen denn auch wohl zu sinnlosem Gefasel, doch nicht zuder beabsichtigten Wortmusik, denn diese gibt es einfach nicht.Kein Menschenwort irgend einer Sprache ist an sich musi-kalisch. Manche Sprachen häufen die Mitlaute mehr an,in anderen herrschen die Selbstlaute vor. Jene erforderneine höhere Fertigkeit aller beim Sprechen thätigen Muskeln,ihre Aussprache gilt daher für schwieriger und sie scheinendem Ohre des Fremden minder angenehm als die Sprachen,die an Selbstlauten reich sind. Aber mit dem Musikalischenhat das nichts zu thun. Wo bleibt die Klangwirkung desWortes, wenn es tonlos geflüstert oder gar nur als Schrift-bild sichtbar wird? Und doch kann es in beiden Fällen ganz