Der Mysticismus.
209
die Anführung einzelner Verse kennzeichnet. Jules Laforgue,„der Einzige, nicht blos seines Zeitalters, sondern des ganzenSchriftthums," 2) ruft: „Ach! wie das Leben doch täglichsgnotiäismns) ist!" und in seinem Gedichte: .„kan st In
L^rinx" stoßen wir auf folgende Zeilen: „O Syrinx! Sehenund verstehen Sie die Erde und das Wunder dieses Morgensund den Kreislauf des Lebens! O, Sie dort! und ich, hier!O Sie! O ich! Alles ist in Allem!" Gustav Kahn, einer derAesthetiker und Philosophen des Symbolismus, singt in seiner„Nacht auf der Heide": „Von deinen schönen Augen steigt
der Friede wie ein großer Abend herab und Zipfel langsamerZelte steigen herab, besetzt mit Edelsteinen, gewoben aus ent-fernten Strahlen, und unbekannte Monde von Zaubergärtenblühen an meiner Brust." Auf Deutsch sind die „Zipfel lang-samer Zelte", die „herabsteigen", völlig unverständlicherWahnsinn. Unverständlich bleiben sie auch ans Französisch,aber in der Ursprache wird ihre Entstehungsweise erklärlich.„Dt äss paus äs tsmtss Ismtso ässosnäsmt" lautet da derVers und verräth sich als reine Echolalie, als eine Aneinander-reihung ähnlicher Töne, die einander wie einen Widerhall rufen.
Charles Vignier, der „Lieblings-Jünger Verlaines", sagtzur Geliebten: „Dort unten, das ist zu weit, armes Wasser-jüngferlcin; bleibe in deiner Ecke und nimm Pillen ein. SeiEdmond About und von gefälliger Gemüthsverfassung, seiein Marabut des Pflanzengartens. . ." Ein Gedicht „DerBecher von Thule" lautet: „In einem Becher von Thule, wodie Anziehung der Stunde erbleicht, schläft der greisenhafteund leidende Köder des letzten verhätschelten Traumes. AberHaare ans gesponnenem Silber machen der Weinenden einenSchleier, in einem Becher von Thule, wo die Anziehung derStunde erloschen ist. Und ein, ich weiß nicht welches, Jubi-läum feiert eine Moll-Harfe, welche das hochmüthige Gespenst
') Morice, a. a. O. S. 3!I.
Nord au, Entartung.
14