208
Der Mysticismus.
Schweinen?) O Sie hübsche Wasserfee! Mein Herz in IhremNetze gefangen! (Soll ich Ihnen davon sprechen, von meinemHerzen in Ihrem Netz?) O Sie hübsche Wasserfee!"
„Man ist auf die Bimnen am Rande des Weges ge-treten und der Herbstwind zaust sie so stark, überdies. DerPostwagen hat das alte Kreuz am Rande des Weges umge-worfen; es war wirklich so vermorscht, überdies. Der Idiot(du weißt!) ist am Rande des Weges gestorben und Niemandwird um ihn weinen, überdies."
Die Dummschlauheit, mit der Moröas hier durch dieHerausbeschwörung der drei assoziirten Bilder von zertretenenund windgezausten Blumen, einem umgestürzten und morschenKreuz und einem gestorbenen, unbeweinten Idioten Trost-losigkeits-Stimmung erzeugen will, macht dieses Gedicht zueinem Muster tiefsinnig-absichtsvoller Irrenhaus-Dichtung.
Wo Moreas nicht gehirnerweicht ist, da entwickelt ereinen rednerischen Schwulst, der an die untergeordnetsten Er-zeugnisse unseres Hofmann von Hofmannswaldau erinnert.Nur ein Beispiel) auch dieser Gattung und wir sind mitMoreas fertig: „Ich habe, o meine Geliebte, solchen Durstnach deinem Munde, daß ich aus ihm in Küssen den abgelenktenLauf des Strymon, des Araxes und des wilden Tanais trinkenmöchte, und die hundert Schlängelungen, die Pitane bewässern,und den Hermus, dessen Quelle dort entspringt, wo die Sonneuntergeht, und alle klaren Brunnen, die in Gaza so zahlreichsind, und mein Durst wäre davon nicht gestillt."
Hinter den Führern Verlaine, Mallarmä und Moreasdrängt sich der Haufe der kleineren Symbolisten, von denenzwar jeder sich selbst für den einzigen großen Dichterder Bande hält, denen aber ihr Größenwahn noch keinengenügenden Anspruch auf besondere Beachtung gibt. Manwird ihnen hinreichend gerecht, wenn man ihre Geistesart durch
h Moröas, a a. O. S. 48,