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Der Mysticismus.
für die Dichtung eine neue Zeitrechnung beginnt. Sie ver-anstalteten ein Festmahl für Moreas, bei welchem er in denTischreden als der Erlöser aus den Banden der alten Formenund Gedanken und als der Heiland, der das Gottesreich derwahren Dichtung bringe, angeschwärmt wurde. Und dieselbenDichter, die mit Morsas an der Festtafel gesessen, die ver-zückten Ansprachen an ihn gehalten oder ihnen Beifall geklatschthatten, überschütteten ihn wenige Wochen nach diesem Er-eignisse mit Hohn und Verachtung. „Moröas Symbolist?" ruftCharles Vignier.^) „Ist er es etwa durch seine Gedanken? Erlachtja selbst über sie! Seine Gedanken! Sie wiegen nicht schwer,die Gedanken von Jean jMoreas." „Morsas?" fragt AdrienRemacle?), „wir Alle haben immer über hn gelacht. Das ist es,was ihn berühmt gemacht hat." Reno Ghil nennt seinen „Uö-Zsrin xassionirs" „Lebcrreime, von einem Schulfuchs ge-schrieben," und Gustav Kahn^) urtheilt: „Moroas hat kein Ta-lent. . . Er hat nie etwas Ordentliches gemacht. Er hat seineigenes Kanderwälsch." Diese Aeußerungen lassen die ganze innereHohlheit und Verlogenheit der symbolistischen Bewegung er-kennen, die außerhalb Frankreichs von Schwachköpfen und Spe-kulanten des Aufsehens hartnäckig für eine ernste ausgegebenwird, obgleich ihre französischen Erfinder sich heiser reden, umdie Welt zu überzeugen, daß sie blos die Philister mit einemBierwitz foppen und nebenbei für sich Reklame machen gewollt.
Nach den Urtheilcn seiner Brüder im symbolistischen Parnaßkönnte ich mir es eigentlich ersparen, bei Moröas noch längerzu verweilen, ich will aber doch einige Proben aus seinem„I'klorin pasÄonnö" anführen, damit der Leser sich von demGrad der Gehirnerweichtheit, die sich in' diesen Versen knnd-gibt, eine Vorstellung machen könne.
') Huret, a. a. O. S. 162.-) Huret, S. 106.
Huret, S! 40 >.