Der Mysticismus.
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Keime der Zukunft in sich schließt. Dieser Triumph des Sym-bolismus bedeutet den Sieg der Bande über den Einzelnen.Er beweist die Ueberlegenheit des Angriffs über die Abwehrund die Wirksamkeit der gegenseitigen Lobesversicherung auchbei bettelhaftester Unfähigkeit.
Bei aller Verschiedenheit haben die Werke der Symbo-listen zwei Eigenschaften mit einander gemein: sie sind dunkel,oft bis zur Unverständlichkeit, und sie sind fromm. Ihre Dunkel-heit kann nach Allem, was hier über die Eigenthümlichkeitendes mystischen Denkens gesagt worden ist, nicht aufsallen. IhreFrömmigkeit ist zn einer Bedeutung gelangt, die es nörhigmacht, sich mit ihr eingehender zu beschäftigen.
Als in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Myste-rien, Passionsspielen, Heiligenlegenden und Kantaten erschien,als nach einander ein Dutzend, zwei Dutzend neuer Dichterund Schriftsteller in ihren ersten Gedichten, Romanew undAbhandlungen heiße Glaubensbekenntnisse ablegten, die heiligeJungfrau anriefen, vom Meßopfer verzückt sprachen und zubrünstigen Gebeten niederknieten, da riefen Rückschrittler, dieein Partei-Interesse daran haben, an eine Umkehr der gebildetenMenschheit zur Geistesfinsterniß der Vergangenheit glaubenzn machen: „Seht da! Die Jugend, die Hoffnung, die Zukunftdes französischen Volkes wendet sich von der Wissenschaft ab,die Aufklärung ist bankbrüchig geworden, die Seelen öffnensich wieder der Religion und die heilige katholische Kirche trittvon Neuem ihr hehres Amt einer Lehrerin, Trösterin undFührerin der gesitteten Menschheit an." Man bezeichnet diesymbolistische Richtung absichtsvoll mit dem Namen der „neo-katholischen" und einzelne Kritiker deuten ihr Erscheinen undihre Erfolge als einen Beweis, daß der freie Gedanke vomGlauben überwunden ist. „Selbst der oberflächlichste Blick ausden Zustand der Welt", schreibt Eduard Rod>), „zeigt uns,') Huret, a. a. O. S. 14.