Druckschrift 
1 (1892)
Entstehung
Seite
155
Einzelbild herunterladen
 

Der Mysticismus.

155

folgt Wie der Dichter und mit seinen Mitteln, ebenso wie er,sein Behagen, sein Entzücken, seine Betrübniß über die einzelnenKapitel der Geschichte ausdrückt. Das ist eine rein delirirendeVorstellung. Sie entspricht in Kunst und Dichtung der Hal-luzination in der Geisteskrankheit. Sie ist eine Form desMystizismus, die wir bei allen Entarteten antreffen. Wie beiSwinburne das Mühlwasserkleine rothe Blätter" und sogar,was etwas seltsamer ist,kleine weiße Vögel" treibt, wennAlles gut geht, dagegen von Schnee und Hagel gepeitscht wirdund zerbrochene Boote schaukelt, wenn die Dinge eine übleWendung nehmen, so fließt in ZolasAssommoir" in derGosse aus einer Färberei rosenfarbenes oder goldgelbes Ab-wasser an Tagen der Freude und schwarzes oder graues, wenndie Geschicke von Gervaise und Lantier sich tragisch verdunkeln,und regnet es in IbsensGespenstern" in Strömen, wennFrau Alving und ihr Sohn ihren schweren Kummer haben,und bricht die Sonne strahlend hervor, wenn die Katastropheeintritt. Ibsen geht übrigens in dieser halluzinatorischenSinnbildlichkeit weiter als die übrigen, denn bei ihm hat diehandelnde Natur nicht nur Antheilnahme, sondern sogar bos-haften Spott, sie begleitet die Ereignisse nicht blos ausdrucks-voll, sondern sie macht sich sogar über sie lustig.

Geistig weit gesunder als Nossetti und Swinburne istWilliam Morris, dessen Herausschwanken aus dem Gleichge-wichte sich nicht durch Mystizismus, sondern durch Mangel anEigennatur und übermäßigen Nachahmungstrieb verräth. SeineZiererei besteht in Mittelalterlichkeit. Er nennt sich selbst einenSchüler Chaucers.^) Er schreibt harmlos auch Dante ganze

') 'William Llorris, kosms sllaneüvitL säitiou). S. 169:

»ämä ik it üap tüat . . .

21^ master deotkro^ Lliaueer tüoa äo mset, . .ülliea .... sxsaü tüs voräs:

»0 Llaster, o tüou Areal, ok üsart aaä lüllAue» u. s. w.