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Der Mysticisinus.
Vögelchen, gaukelnde Falter, kleine weiße Anemonen u. s. w.Dies ist die andere Form jener Verknüpfung. Die Dichterbenutzen mit vollem Recht die eine und die andere Form.Wenn Heine singt:
„Es ragt ins Meer der Runenstein,
Da sitz' ich mit meinen Träumen;
Es pfeift der Wind, die Möwen schrein,
Die Wellen, die wandern und schäumen.
Ich habe geliebt manch schönes KindUnd manchen guten Gesellen —
Wo sind sie hin? — Es pfeift der Wind,
Es schäumen und wandern die Wellen, —"so bringt er eine trübe, schwermüthig sinnende Stimmung mit.Er beklagt die Flüchtigkeit des Menschenlebens, die Unbestän-digkeit der Gefühle, das schattenhafte Vorüberziehen der geliebtenMenschen in unserm Gesichtskreise. Aus diesem Seelenznstandeheraus blickt er ans das Meer, an dessen Strand er sitzt, undnun nimmt er nur die Erscheinungen wahr, die zu seiner Stim-mung passen und sie verkörpern: das jagende Wehen des Windes,das Auftauchen und Verschwinden der hastenden Möwen, dasHeranrollen und spurlose Verrinnen der Brandung. Diese Zügedes Seebildes werden zu Symbolen der Vorgänge in desDichters Seele und dieser Symbolismus ist gesund und in denGesetzen unseres Denkens begründet.
Ganz anderer Art ist Swinburnes Symbolismus. Erläßt die Außenwelt nicht eine Stimmung ausdrücken, sonderner läßt sie eine Geschichte erzählen ; sie wechselt ihr Aussehenje nach dem Chrakter der sich entrollenden Begebenheit; sie be-gleitet wie ein Orchester alle Vorgänge, die sich an einer Stelleabspieleu. Hier ist die Natur nicht mehr die weiße Wand,auf die wie im Schattenspiel die bunten Bilder unserer Seelefallen, sondern sie ist ein lebendes, denkendes Wesen, das einemsündigen Liebesroman mit derselben gespannten Theilnahme