Der Mysticismus.
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Pein für des Königs Tochter?' Was diesen Schicksalswechselherbeigeführt hat, läßt der Dichter absichtlich dunkel. Vielleichtwill er uns zu verstehen geben, daß der Köuigssohn kein recht-mäßiger Freier, sondern der Bruder der Königstöchter ist unddaß die auserwählte Prinzessin an der Schmach der blutschände-rischen Beziehung zu Grunde geht. Das würde der Teufel-Spielerei Swiuburnes entsprechen. Doch bei dieser Seite des Ge-dichtes will ich nicht verweilen, sondern bei dessen Symbolismus.
Es ist Psychologisch vollkommen begründet, zwischen unserenjeweiligen Seelenzuständeu und den Erscheinungen eine sub-jektive Beziehung herzustellcn, in der Außenwelt einen Wider-schein unserer Stimmungen zu erblicken. Wenn die Außenwelteinen ausgeprägten Stimmungscharakter hat, so erweckt sie inuns die ihr entsprechende Stimmung, und umgekehrt, wennwir von einer ausgeprägten Stimmung beherrscht werden, sobemerken wir, dem Mechanismus der Aufmerksamkeit gemäß,in der Außenwelt blos die Erscheinungen, welche mit unsererStimmung zusammenklingen, sie unterhalten und steigern, unddie ihr widersprechenden Erscheinungen beachten wir nichtund nehmen sie gar nicht wahr. Eine düstere Schlucht mitwolkenverhangenem Himmel über ihr macht uns traurig. Dasist eine Form der Verknüpfung der Außenwelt mit unsererStimmung. Aber wenn wir aus irgend einem Grunde bereitstraurig sind, so finden wir überall in unserm Gesichtskreis Bilderbetrübender Art: in der Straße der Großstadt zerlumpte, ver-hungert aussehende Kinder, magere, zerschundene Droschkengäule,eine blinde Bettlerin; im Walde welkes, vermodertes Laub, Gift-pilze, schleimige Nacktschueckeu u. s. w. Sind wir lustig, so sehenwir ganz dieselben Bilder, bemerken sie aber nicht, sondernnehmen neben ihnen wahr: in der Straße einen Hochzeitszug,ein frisches junges Mädchen mit einem Kirschenkörbchen amArm, lustig gefärbte Maueranschläge, einen drolligen dickenMann mit in den Nacken geschobenem Hute; im Walde huschende