Druckschrift 
1 (1892)
Entstehung
Seite
152
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Der Mysticismus.

Quell; kleine weiße Vögelchen im Mühlwasser. Süßere Mägd-lein waren nie gefreit; Ringe von Roth für des Königs Tochter."In den folgenden Strophen werden die trefflichen Eigenschaf-ten jeder einzelnen der zehn Prinzessinen geschildert unddie symbolischen Zwischenverse lauten:Weizenkörner im Mühl-wasscr Weißbrod und Braunbrod für des Königs Tochter.Schöne grüne Pflanzen im Mühlwasser Weißwein undRothwein für des Königs Tochter. Schönes dünnes Schilf-rohr im Mühlwasser Honig in Waben für des KönigsTochter. Abgefallene Blumen im Mühlwasser GoldeneHandschuhe für des Königs Tochter. Abgefallenes Obst imMühlwasser Goldene Aermel für des Königs Tochter."Jetzt kommt der junge Königssohn, wählt die eine Prinzessinund verschmäht die übrigen neun. Die symbolischen Versezeigen den Gegensatz zwischen dem glänzenden Geschick derAuserwählten und dem trüben der Nichtbeachteten.Einkleiner Wind im Mühlwasser Eine Krone von Roth fürdes Königs Tochter. Ein kleiner Regen im MühlwasserEin Bett von gelbem Stroh für die übrigen, Ein Bett vonGold für des Königs Tochter. Regen regnet ins MühlwasserEinen Kamm von gelben Muschelschalen für die übrigen,Einen Kamm von Gold für des Königs Tochter. Wind undHagel ins Mühlwasser Einen Grasgürtel für alle übri-gen, Einen Schmuckgürtel für des Königs Tochter. Schneeschneit ins Mühlwasser Neun kleine Küsse für alle übri-gen, Hundertmal so viel für des Königs Tochter." DesKönigs Tochter scheint also sehr glücklich und vor ihren neunSchwestern beneidenswerth zu sein. Das ist aber nur Schein,denn, mit plötzlicher Wendung fährt das Gedicht fort:Zer-brochene Boote im Mühlwasscr Goldene Geschenke für-alle übrigen, Herzensqual für des Königs Tochter. Grabtein Grab für meinen schönen Leib. Rinnender Regen insMühlwasser Und bettet meinen Bruder neben mir. Höllen-