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1 (1892)
Entstehung
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Dcr Mysticismus.

gefügt, von inneren Widersprüchen frei. Seine Hölle, sein Fe-gefeuer, sein Paradies baute er aus der Wissenschaft seinerZeit auf, die eben ihre Keuntniß von der Welt ausschließlichaus der dogmatischen Theologie schöpfte. Dante war mit demSystem seines Zeitgenossen Thomas von Aquino vertraut (erwar neun Jahre alt, als der ciootor nnAalions starb) und da-von durchdrungen. Den ersten Lesern des Inferno mußte dasGedicht mindestens so thatsächlich begründet und überzeugenderscheinen wie etwa dem heutigen Publikum Häckels NatürlicheSchöpfungsgeschichte. Spätere Jahrhunderte werden unsereVorstellungen von einem Atom, das blosein Kraftzentrum"sein soll , von der Lagerung der Atome im Molekel einer or-ganischen Verbindung, vom Aether und seinen Schwingungenvielleicht, ja wahrscheinlich, ebenso als dichterische Träumeerkennen wie wir die Vorstellungen des Mittelalters vom Aufent-haltsorte der Seelen verstorbener Menschen, aber man hatdarum doch nicht das Recht, einen Helmholtz oder WilliamThompson als Mystiker zu bezeichnen, weil sie mit jenen Be-griffen arbeiten, unter denen sie selbst sich doch schon heutenichts Bestimmtes vorstellen können. So darf man auch Dantekeinen Mystiker nennen, wie es ein Rossetti ist, der seinSeliges Fräulein» nicht aus der wissenschaftlichen Erkenntnißseiner Zeit, sondern aus einem Nebel unausgebildeter und mit-einander in stetem Hader liegender Vorstellungskeime herausdichtet. Dante folgte mit tiefdringenden Beobachter-Augender Weltwirklichkeit und trug ihr Abbild sogar in seine Höllehinab, Rossetti ist nicht im Stande, die Wirklichkeit zu verstehenoder auch nur zu sehen, weil er der dazu nothwendigen Auf-merksamkeit unfähig ist, und da er diese Schwäche fühlt, soüberredet er sich, menschlicher Gewohnheit entsprechend, daß erdas nicht wolle, was er in Wirklichkeit nicht kann.Was liegtmir daran," sagte Rossetti einmal^)ob die Erde sich um die

') Rod, a. a. O., S, 67.