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Der Mysticismus,
Hand nehmen und mit ihm zn den tiefen Brunnen des Lichtsgehen. Wir wollen hinuntersteigen wie zu einem Strom unddort im Angesichte Gottes zusammen baden."
Man beachte, wie hier inmitten des Schwulstes übersinn-lich sinnloser Redensarten die Vorstellung eines gemeinsamenBades deutliche Gestalt annimmt. Eine Begleitung von Sinn-lichkeit fehlt im mystischen Dusel nie.
„Wir zwei werden die Haine suchen, wo die Herrin Mariaist, mit ihren fünf Hoffräulein, deren Namen fünf süße Sympho-nien sind, Cecily, Gertrude, Magdalen, Margaret undRosalys."
Diese Aufzählung von fünf Frauennamen bildet zweiVerszeilen. Derartige blos aus Namen bestehende Verse sindkennzeichnend für den Mystiker. Hier hört das Wort auf,das Sinnbild einer bestimmten Vorstellung oder eines Begriffszu sein, und sinkt zum bedeutungslosen Ton hinab, der nurnoch die Bestimmung hat, durch Jdeen-Assoziation allerlei an-genehme Emotionen zu erwecken. In diesem Falle erregendie fünf Frauennamen gleitende Schattenvorstellungen vonschönen jungen Mädchen, „Nosalys" außerdem noch die vonRosen und Lilien, und die beiden Verse geben zusammen dieMärchenstimmung des Lustwandelns in einem blühenden Gar-ten, wo zwischen Lilien und Rosen weiße und rosige schlankeJungfrauen auf und niedergehen.
Das selige Fräulein malt sich das Bild der Vereinigungmit dem Geliebten noch weiter aus und dann heißt es: „Sielegt^ ihre Arme auf das goldene Geländer und nahm ihr Ant-litz zwischen die Hände und weinte. Ich hörte ihre Thränen."
Diese Thränen sind unverständlich. Das selige Fräuleinlebt nach seinem Tode in höchster Wonne, in einem goldenenPalaste, im Angesichte Gottes und der heiligen Jungfrau.Was schmerzt sie nun? Daß ihr Geliebter noch nicht beiihr ist? Zehn Jahre der sterblichen Menschen sind ihrwie ein Tag. Wenn ihrem Geliebten selbst beschieden sein