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Der Mysticismus.
und sind von einer Malerei, die eigentlich Gedankenschrift war,zur wirklichen Schrift übergegangen.
Der namhafteste unter ihnen ist Dante Gabriel Rossetti,dieser in England geborene Sohn eines italienschen Carbo-naro und Dante-Gelehrten. Sein Vater gab ihm den Namendes großen Dichters ins Leben mit und dieser ausdrucksvolleTaufname wurde zu einer Dauer-Suggestion, die Rossettiauch gefühlt und, vielleicht nur halb bewußt, anerkannt hat.^)Er ist das lehrreichste Beispiel zur oft angeführten BehauptungBalzac's vom bestimmenden Einfluß eines Namens auf die Ent-wickelung und Geschicke seines Trägers. Rossettis ganze dich-terische Empfindung wurzelt in Dante. Seine Weltanschau-ung ist ein undeutlicher Abklatsch derjenigen des Florentiners.In alle seine Vorstellungen spielt eine leise oder laute Erinne-rung an die Göttliche Komödie oder das Neue Leben herein.
Die Zergliederung eines seiner berühmtesten Gedichte, „Vllslllosssä änino^ol" (»das gottselige Fräulein"), wird uns so-wohl dieses Schmarotzen auf dem Leibe Dantes erkennenlassen als auch einige bezeichnende Eigenthümlichkeiteu der Denk-arbeit eines mystischen Gehirns enthüllen. Die erste Strophelautet: „Das selige Fräulein lehnte sich über das goldene Ge-länder des Himmels heraus; ihre Augen waren tiefer als dieTiefe der Wasser, die der Abend glättet. Sie hatte drei Li-lien in der Hand und der Sterne in ihrem Haare waren sie-ben." Dieses ganze Bild der verlorenen Geliebten, die ausdem palaftähulich gedachten Himmel im Paradieses-Schmuckeauf ihn niederschaut, ist ein Widerschein aus Dantes „Para-dies", 3. Gesang, wo die selige Jungfrau aus dem Mondezum Dichter spricht. Sogar Einzelheiten finden wir wieder,z. B. die tiefen und stillen Wasser (. . .„ vor por uo^uoniticko 6 traiujuillo Non st proloncko, ollo i koncki sion por-si . . /'). Die „Lilien in der Hand" hat er aus den Bildern der
') Rc»88stti, ? 0 SW 8 . S. 277.