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1 (1892)
Entstehung
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137
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Der Mysticismns.

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Verkündigung seiner Bestimmung auf den Boden schreiben muß-te. Die Erfindung ist vollkommen unsinnig. Es wäre vonChristus eine kindische Spielerei gewesen, seinen erhabenenOpfertod, sei es schelmisch, sei es prahlerisch, vorher mit seinemSchatten ans den Boden zu zeichnen. Das Schattenbild hätteauch keinen Zweck gehabt, denn kein Zeitgenosse Christi hättedie Bedeutung des Schattenkreuzes verstanden, ehe Christus denKreuzestod erlitten hatte. Aber in Holman Hunts Bewußtseinist durch die Emotion das Bild des betenden Christus und desKreuzes gleichzeitig geweckt und er knüpft die beiden Vorstellungenohne Rücksicht auf ihre vernünftige Zusammengehörigkeit irgend-wie aneinander. Wenn ein Primitiver denselben Gedankenzu malen gehabt hätte, nämlich den betenden Christus, den dieAhnung seines naben Opfertodes erfüllt, so hätte er uns imBilde einen realistischen Christus im Gebete und in einer Eckeeine ebenso realistische Kreuzigung gezeigt, aber er hätte niemalsversucht, diese beiden verschiedenen Auftritte durch eine schatten-hafte Verknüpfung in einen einzigen zu verschmelzen. Dies istder Unterschied zwischen der religiösen Malerei kräftiger, gesun-der Gläubiger und emotiver Entarteter.

Im Laufe der Zeit haben die Präraphaelitcn viele ihreranfänglichen Wunderlichkeiten abgelegt. Millais und HolmanHunt üben nicht mehr die Ziererei gewollt schlechten Zeichnensund kindlich thucnden Nachlallcns der Sprache Giottos. Siehaben von den Leitgedanken der Schule nur die sorgfältigeWiedergabe des Unwesentlichen und die Gedankcnmalerei beibe-halten. Ein wohlwollender Kritiker, Ed. Rod^), sagt von ihnen:Sie waren selbst Schriftsteller und ihre Malerei ist Schriftthum."Dieses Wort findet auf die Schule noch immer Anwendung.Einige der frühesten Präraphaelitcn haben es begriffen. Siehaben rechtzeitig erkannt, daß sic sich im Berufe geirrt haben,

') Düaus. Roä, tütuäss snr Is XIX. sissls. ?«.ris st Ukm-sauns, 1888. S. 89.