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1 (1892)
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Der Mysticismns.

digen Widersprüchen zu bewegen An einer Stelle sagt Rus-kin i):Das Schlimme ist, daß der Maler es ans sich nimmt,Gottes Werke nach seinem Gutdünken zu ändern, seinen eigenenSchatten ans Alles, was er sieht, zn werfen. Jede Änderungan den Zügen der Natur hat ihren Ursprung entweder inUnfähigkeit, in Trägheit oder in blinder Frechheit." Also: derMaler soll die Erscheinung genau wicdcrgcbcn, wie er sie sieht,und sich nicht die kleinste Aendernng an ihr gestatten. Undwenige Seiten später^) sagt derselbe Ruskin:Es gibt eineideale Form für jedes Kraut, jede Blume, jeden Baum. DieseForm ist es, zu der jedes Individuum der Gattung zu gelan-gen das Bestreben hat, wenn es vom Einflüsse des Zufallsoder der Krankheit befreit ist." Und diese Idealform zn er-kennen und wiederzugeben, fährt er fort, ist die eine große Auf-gabe des Malers.

Daß die eine Aufstellung die andere vollständig aufhebt,braucht kaum nachgewiesen zu werden. DieIdealform", derjede Erscheinung zustrebt, sieht der Maler nicht mit den Augendes Leibes vor sich. Er trägt sie nach einer vorgefaßten Meinungin die Erscheinung hinein. Er hat aber mit individuellen Formenzu thun, die von der Idealformdurch Zufall oder Krankheit"abweichen. Um sic malend auf ihre Idealform zurückzuführen,muß er das von der Natur Gegebene ändern. Russin fordert,daß er es thue, sagt aber gleichzeitig, daß jede AendernngUnfähigkeit, Trägheit, oder blinde Frechheit" ist! Natürlichkann nur eine der beiden einander ausschließenden Behauptungenwahr sein. Ohne Frage ist es die erste. DieIdealform"ist eine Annahme, keine Wahrnehmung. Die Scheidung desWesentlichen vom Zufälligen in der Erscheinung ist Abstrak-tion, ist Arbeit des Verstandes, nicht des Auges und des Kunst-gefühls. Die Malerei hat aber ihrem Wesen nach das Sichtbare,

si Ruskin, a. a. O. S. 24.2) Ruskin, a. a. O. S. 26.