Der Mysticismus.
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habe, was in ihnen dunkel gährte. Das war das Kunstideal,das sie ahnten: die Form gleichgiltig, der Gedanke Alles; jeunbeholfener der Vortrag, desto tiefer die Wirkung; Glaubens-andacht der einzig würdige Inhalt eines Kunstwerks. Siemusterten die Kunstgeschichte nach Erscheinungen durch, aufwelche die von ihnen mit Begeisterung aufgenommenen Theo-rien Nuskins paßten, und sie fanden, was sie suchten, in denitalienischen Primitiven, an denen die Londoner National-Ga-lerie ungewöhnlich reich ist. Da hatten sie vollendete Vorbil-der zur Nachahmung: an diese Fra Angelicos, Mottos, Cima-bues, an diese Ghirlandajos und Pollajuolos mußten sie an-knüpfen. Hier waren schlecht gezeichnete, schon ursprünglichschwach gemalte oder durch die Wirkung der Jahrhunderte ent-färbte, entweder verblichene oder verschmauchte, Bilder, welcheVorgänge aus der Leidensgeschichte Christi, aus dem Lebender heiligen Jungfrau oder aus der goldenen Sage mit derUngeschicklichkeit eines Schülers vortrugen oder kindliche Vor-stellungen von Hölle und Paradies versinnlichten und aus de-nen inniger Glaube und gerührte Andacht sprachen. Sie wa-ren leicht nachzuahmen, denn wenn man Bilder im Stil derPrimitiven malte, wurden fehlerhafte Zeichnung, mangelnderFarbensinn, allgemeine künstlerische Unfähigkeit zu Vorzügen,und sie bildeten einen genug heftigen Gegensatz zu allen An-sprüchen des Kunstgeschmacks jenes Jahrzehnts, um den Hangzum Widerspruch, zum Paradoxalen, zur Verneinung, zur Ab-sonderlichkeit zu befriedigen, den wir als Eigenheit der Schwach-sinnigen kennen gelernt haben.
Nuskins Tbeorie ist an sich eine delirirende. -Sie ver-kennt die ursprünglichsten Grundsätze der Aesthelik und wirrtmit der Unbewußtheit eines übermüthig spielenden Kindes dieGrenzen der verschiedenen Künste durcheinander. Er will inden Werken der bildenden Kunst blos den Gedanken geltenlassen. Das Gemälde soll blos den Werth eines Sinnbildes