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Der Mysticismus.
und vornehme Wißbegierde nun ist zugleich die Stärke, aberauch die Schwäche der Engländer geworden. Sie führtebei ihnen zur gleichlaufenden Entwickelung der Naturwissen-schaften und der Theologie. Die Forscher brachten durch müh-selige Beobachtung gewonnene Thatsachen, die Gottesgelahrtenaus willkürlich ersonnenen Begriffen zusammengeknüpfte Systeme,beide aber erhoben den Anspruch, das Wesen der Dinge zuerklären, und beiden war das Volk tief dankbar, den Theo-logen freilich mehr als den Gelehrten, weil jene reichlicher undzuversichtlicher lehren konnten als diese. Die Neigung derMenschen, Worte mit Thatsachen und Behauptungen mit Be-weisen gleich zu bewerthen, setzt ja den Theologen und Me-taphysiker immer in Ungeheuern Vortheil gegen den Beobachter.Die Wißbegierde der Engländer hat zugleich die Induktions-Philosophie und den Spiritismus erzeugt. Ihr verdankt dieMenschheit Lord Bacon, Harvey, Newton, Locke, Darwin, I.St. Mill, aber auch Bunyan, Berkeley, Milton, die Puritaner,die Quäker und alle religiösen Schwärmer, Apokalyptiker undMedien dieses Jahrhunderts. Wie kein Volk für seine natur-wissenschaftlichen Forscher so viel gethan und sie so hoch geehrthat, so hat auch keines mit solcher Innigkeit und Hingebungim Glauben hauptsächlich die Unterweisung gesucht wie dasenglische. Drang nach Erkenntniß ist also die Hauptquelleder englischen Religiosität. Neben ihr kommt dann allerdingsauch in Betracht, daß die herrschenden Klassen niemals dasBeispiel der Gleichgiltigkeit in Glaubenssachen gaben, sondernReligiosität systematisch zu einem Merkmal gesellschaftlicherVornehmheit machten, im Gegensätze zu Frankreich, wo derAdel des 18. Jahrhunderts Voltairianismus zum Rangzeichenerhob. Die geschichtliche Entwickelung führte in England zuzwei Ergebnissen, die einander scheinbar ausschließen: zu Kasten-herrschaft und persönlicher Freiheit. Die Kaste, die im Be-sitze des Reichthums und der Macht ist, wünscht natürlich ihren