Der Mysticismus.
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des kindlichen Buchstabenglaubens, des Schweigens der frommenEinfalt im persönlichen Umgang mit der Dreifaltigkeit, derheiligen Jungfrau und allen Schutzheiligen war.
Handel, Gewerbe und Gesittung waren nirgends in der Weltso entwickelt wie in England. Nirgends arbeiteten die Menschenso angestrengt, nirgends lebten sie unter so künstlichen Bedin-gungen wie dort. Der Zustand der Entartung und Erschöpfung,den wir heute in allen gesitteten Ländern als Folge dieser Ueber-anstrengung beobachten, mußte darum in England früher auf-treten als anderwärts und er gibt sich dort in der That schonin den Dreißiger und Vierziger Jahren mit fortwährend stei-gender Heftigkeit kund. Die Entartungs- und Erschöpfungs-Emotivität mußte aber in Folge der Eigenthümlichkeiten desenglischen Geistes dort nothwendig eine religiöse Färbung an-nehmeu.
Das angelsächsische Volk ist von Natur ein gesundes undgeistesstarkes und hat deshalb den dem kräftigen Normalmen-schen eigenen Drang nach Erkenntniß in hohem Grade. Eshat zu jeder Zeit nach dem Warum und Wie der Erschei-nungen geforscht und brachte Jedem, der ihm Aufschluß hierüberversprach, leidenschaftliche Theilnahme und Dankbarkeit entge-gen. Die bekannte tiefsinnige Rede des anglischen Edeln überdas, was dem Leben des Menschen vorhergeht und folgt, eineRede, die Beda uns in seiner Erzählung von König EdwinsBekehrung zum Christenthum aufbewahrt hat, wird von allenSchriftstellern angeführt, die sich mit den Anfängen der eng-lischen Geistesbildung beschäftigen, z. B. auch von G. Frey-tag und H. Taine.i) Sie beweist, daß die Angelsachsen schonzu Beginn des siebenten Jahrhunderts von Sehnsucht nachVerständniß der Welterscheinung verzehrt waren. Diese schöne
') Gustav Freytag, Bilder aus der deutschen Vergangenheit. ErsterBand: Ans dem Mittelalter. Leipzig, 1872. S. 268. H. Inius, 2i-stoirs üs In littörnturs nnKtniss. llnris, 1877. 1. Band.