Der Mysticismus.
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die Missethat schön war, da der Meuchelmord mit ziselirtenund damascirten Dolchen ausgeführt und das Gift in Ben-venuto Cellinischen Bechern gereicht wurde.
Die französischen Romantiker bedienten sich der Unwirk-lichkeit ihrer Schauplätze und Kostüme hauptsächlich, nm ihrenGestalten ohne Zwang alle die bis zur Ungeheuerlichkeit über-triebenen Eigenschaften beilegen zu können, welche der noch nichtvom Schmerz der Niederlage angekränkelte Franzose am Men-schen liebte. So lernen wir an den Helden Victor Hugos, Alexan-der Dumas, Theophile Gautiers, Alfred de Mussets das fran-zösische Männer- und Frauenideal kennen. Faustisches Grübelnoder hamletsches Selbstgespräch ist nicht ihre Sache. Sie plaudernunerschöpflich in blendenden Witzworten und Gegensätzen, sieschlagen sich einer gegen zehn, sie lieben wie Herkules in derThespiden-Nacht und ihr ganzes Leben ist ein einziges Schwelgenin Kampf, Wollust, Wein, Duft und Prunk, eine Art Größen-wahn mit Gladiator-, Don Juan- und Monte Christo-Vor-stellungen, ein tolles Verprassen unerschöpflicher Schätze an Kör-perkraft, Lustigkeit und Gold. Diese naiven Menschen-Jdealemußten nothwendig Wämser oder spanische Mäntel tragenund die Sprache unbekannter Zeiten sprechen, da in der Engedes zeitgenössischen Bratenrocks diese Muskelfülle nicht unter-zubringen ist und die Pariser Salon-Unterhaltung die Auf-richtigkeiten dieser vom Innersten nach außen gekehrten Seelennicht zuläßt.
In England waren die Geschicke der Romantik denen, diesie in Frankreich erfuhr, genau entgegengesetzt. Hatten die Fran-zosen aus der deutschen Romantik hauptsächlich, ja ausschließlich,die Auswanderung aus der Wirklichkeit und die Verkündigungdes Herrschcrrcchts der Leidenschaft zur Nachahmung übernom-men, so gcstalieten die Engländer ebenso ausschließlich ihrekatholisch-mystischen Bestandtheile aus. Für sie hatte das Mit-telalter blos deshalb eine mächtige Anziehung, weil cs die Zeit