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1 (1892)
Entstehung
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Der Mysticismus.

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kraft den Verstand niederringe und ihm den Fuß auf den Halssetze, und sie verkündeten das Standrecht der Leidenschaft gegendas bedächtige Verfahren der Zucht und Sitte. Durch Frauvon Stael und durch den'theils persönlich auf seinen franzö-sischen Umgang wirkenden, theils früh ins Französische über-setzten A. W. v. Schlegel mit der deutschen Bewegung einiger-maßen bekannt, knüpften sie, vielleicht halb unbewußt, an diesean. Von den verschiedenen Triebkräften, die in der deutschenRomantik thätig waren, blieben die vaterländischen und katho-lisirend-mystischen ohne Wirkung auf den französischen Geistund nur der Vorliebe für das zeitlich und räumlich Entfernteund für das sittlich und geistig Ungebundene erwies sich dieserzugänglich.

Die französische Romantik war weder mittelalterlich nochfromm. Sie nahm ihren Aufenthalt lieber in der Renaissance-Zeit, wenn sie sich zeitlich, und im Morgenlande oder in Fa-belländern, wenn sie sich räumlich von der Wirklichkeit entfernenwollte. Bei Victor Hugo stehen dem einen Drama „Die Burg-grafen", das im dreizehnten Jahrhundert spielt, alle anderen,„Cromwell", „Maria Tudor", „Lucrezia Borgia," „Angelo,"„Ruh Blas," „Hcrnani", „Marion Delorme," „Der König unter-hält sich," gegenüber, deren Handlung ins sechzehnte und siebzehnteJahrhundert verlegt ist, und seinem einzigen mittelalterlichenRoman „Notre-Dame de Paris" kann man alle anderen entgegen-halten, von „Han d'Jslande", der ein Traum-Thule zum Schau-platze hat, bis zu den „Miserables" und „1793", die in einemapokalyptischen Paris und in einer Revolutiousgeschichte zum Ge-brauche von Haschischrauchern Vorgehen. Der Zug der französischenRomantik zur Renaissance ist natürlich. Diese war die Zeit dergroßen Leidenschaften und großen Verbrechen, der Marmorpa-läste, goldblitzenden Kleider und berauschenden Feste, eine Zeit,in der das Aesthetische über das Zweckmäßige und das Phan-tastische über das Vernünftige vorherrschte und in der selbst