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Der MysticiSmus.
eine Folge von Sinneseindrücken sind und deren Beschaffenheitund Stärke richtig widerspiegeln. Dann haben wir es mitHalluzinationen und Delirien zu thun. Im höchsten Gradeendlich entsteht die Ekstase, welche Ribot „die akute Form desStrcbens zur Einheit des Bewußtseins" nennt. In der Ek-stase arbeitet der gereizte Hirntheil mit solcher Heftigkeit, daßer die Thätigkeit des ganzen übrigen Gehirns unterdrückt. DerEkstatiker ist vollkommen unempfindlich für äußere Reize.Es findet keine Wahrnehmung, keine Vorstellung, keineVerknüpfung von Vorstellungen zu Begriffen und von Be-griffen zu Gedanken und Urtheilen statt. Eine einzige
Vorstellung oder Gruppe von Vorstellungen füllt dasBewußtsein aus. Diese Vorstellungen sind von höchsterSchärfe und Deutlichkeit. Das Bewußtsein ist wie von blen-dender Mittagshelle durchflutet. Es findet also genau dasGegentheil von dem statt, was beim gewöhnlichen Mystikerbeobachtet wird. Mit der Ekstase sind überaus starke Gefühleverbunden, in denen sich höchste Wonne mit Schmerz mischt.Diese Gefühle begleiten jede heftige und übermäßige Thätigkeitvon Nervenzellen, jede außerordentliche, explosionartige Zer-setzung von Nerven-Nährstoff. Das Wollust-Gefühl ist einBeispiel dieser Begleiterscheinungen von außergewöhnlichenZersetzungsvorgängen in der Nervenzelle. Beim gesundenMenschen sind die Geschlechtszentren die einzigen, die, ihrerFunktion angemessen, so disferenzirt, so eingerichtet sind, daßsie keine gleichmäßige, dauernde Thätigkeit üben, sondernwährend des weitaus größten Theils der Zeit vollkommen ruhenund große Mengen Nährstoffe aufspeichern, um dann währendsehr kurzer Zeitabschnitte diese Nährstoffe plötzlich, gleichsam explo-siv zu zersetzen. Jedes Nervenzentrum, das so arbeitete, würdeuns Wollust-Empfindungen verschaffen, doch gibt es eben beimgesunden Menschen außer den Geschlechtszentren keines, das indieser Weise arbeiten müßte, um den Zwecken des Organismus