Dcr Mysticismus.
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zu dienen. Beim Degenerirten dagegen arbeiten krankhafterregte einzelne Hirnzentren auf diese Art nnd die Wonne-empfindungen, die ihre explosive Thätigkeit begleiten, sind indem Maße mächtiger als die Wollustgefühle, in welchem dieHirnzentren empfindlicher sind als die untergeordneteren nndstumpferen Rückenmarkzentren. Es ist den großen Ekstatikern,einer heiligen Therese, einem Mohamed, einem Ignaz vonLoyola, durchaus zu glauben, wenn sie versichern, daß die Wonnen,die ihre ekstatischen Gesichte begleiten, mit nichts Irdischem zu ver-gleichen nnd dem Sterblichen fast unerträglich sind. Dieser Zusatzbeweist, daß sie sich auch des scharfen Schmerzes bewußtwerden, der den Zersetzungsvorgang in den überreizten Hirn-zellen begleitet und bei aufmerksamer Analyse in jedem sehrstarken Lustgefühl unterschieden werden kann. Der Umstand,daß die einzige uns bekannte normale organische Empfindung,welche denen der Ekstase ähnlich ist, die Wollust-Empfindungist, erklärt es, daß die Ekstatiker durch Jdeen-Assoziation Vor-stellungen der Liebe mit ihren ekstatischen Vorstellungen ver-binden und die Ekstase selbst als eine Art überirdischenLiebes-Akt, als eine Vereinigung unfaßbar hoher und reinerArt mit Gott oder der heiligen Jungfrau deuten. DieseHeranziehung Gottes und der Heiligen ist die natürliche Folgeeiner religiösen Erziehung, welche die Gewohnheit erzeugt, allesUnerklärliche als Übernatürliches anzusehen und mit den Vor-stellungen der Glaubenslehre in Zusammenhang zu bringen.
Wir haben nunmehr gesehen, daß Mysticismus auf Un-fähigkeit, die Jdeen-Assoziation durch Aufmerksamkeit zu be-herrschen, und diese Unfähigkeit auf Willensschwäche beruht,während die Ekstase eine Folge krankhafter Reizbarkeit bestimmterHirnzentren ist. Die Unfähigkeit, aufmerksam zu sein, veran-laßt aber außer dem Mysticismus noch andere Eigenthüm-lichkeiten des Denkens, die hier nur ganz kurz erwähnt seien.Beiden tiefsten Graden der Entartung, im Blödsinn (Idiotismus),