Druckschrift 
1 (1892)
Entstehung
Seite
101
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Der Mysticismus.

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gibt zu anderen Erscheinungen Anlaß. In dem sei es durchAußen- oder durch Nachbar-Reiz, durch Sinnes-Eindruck oderdurch Jdeen-Assoziation erregten Hirntheile läuft in diesem Falledie Zellenthätigkeit nicht im natürlichen Verhältnisse zur Stärke derErregung ab, sondern sie ist stärker und anhaltender, als der sieveranlassende Reiz rechtfertigt. Die erregte Zellengruppe kannschwer oder gar nicht wieder zur Ruhe kommen. Sie rafft großeMengen Nährstoffe an sich, um sie zu zersetzen, und entzieht sieden übrigen Hirntheilen. Sie arbeitet wie ein Mechanismus, deneine ungeschickte Hand in Bewegung gesetzt hat und nicht wiederzum Stillstand bringen kann. Wenn man die normale Hirn-zellen-Thätigkeit mit einer ruhigen Verbrennung vergleichenkann, so ist die Thätigkeit der krankhaft reizbaren Zellengruppeals eine Explosion zu bezeichnen, und zwar als eine Explosion,die mit Heftigkeit Dauer verbindet. Auf einen Reiz flammtdann im Bewußtsein eine Vorstellung oder eine Reihe vonVorstellungen, Begriffen und Gedanken aus, die es mit derHelligkeit einer Feuersbrunst erfüllen und alle anderen Vor-stellungen überstrahlen.

Je nach dem Grade der krankhaften Reizbarkeit einzelnerHirntheile ist auch das Vorherrschen der von ihnen ausgear-beiteten Vorstellungen mehr oder weniger auschließlich und un-bezwingbar. Bei mäßigen Graden entstehen die Zwangsvor-stellungen, die das Bewußtsein als krankhaft erkennt. Sieschließen gesunde Hirnthätigkeit nicht aus. Neben ihnen er-wachen und erlöschen normale Vorstellungen und das Bewußt-sein gewöhnt sich daran, die gleichzeitig anwesenden Zwangs-vorstellungen gleichsam als Fremdkörper zu behandeln und ausseinen Gedanken und Urtheilen auszuschließeu. In einemhöhern Grade wird die Zwangsvorstellung zur fixen Idee.Die übermäßig reizbaren Hirntheile arbeiten ihre Vorstellungenzu solcher Lebhaftigkeit aus, daß das Bewußtsein von ihnenerfüllt ist und sie nicht mehr von jenen unterscheiden kann, die