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Der Mysticismus.
gruppen, die sich selbst überlassen bleiben und nur so langeund so stark oder schwach arbeiten, wie es dem Stärkegradedes Reizes entspricht, der sie getroffen hat. Es entstehen imBewußtsein Helle, dunklere und dunkelste Vorstellungen, die nacheiniger Zeit wieder verschwinden, ohne über ihren ursprünglichenGrad von Deutlichkeit hinaus belichtet worden zu sein. Die HellenVorstellungen geben einen Gedanken, der aber keinen Augenblicklang ein fester und klarer sein kann, weil sich in die bestimmtenVorstellungen, aus denen er zusammengesetzt ist, auch anderemischen, die das Bewußtsein nur undeutlich oder fast gar nichtmehr wahrnimmt. Solche halbdunkle Vorstellungen treten auchbeim gesunden Menschen über die Bewußtseinsschwelle, aberdie Aufmerksamkeit schreitet sofort ein, um sie vollkommenaufzuhellen oder ganz zu unterdrücken. Diese mitklingendenObertöne jedes Gedankens können also den Grundton nichtunrein machen. Die auftauchenden Gedankengespenster könnenleinen Einfluß auf das Denken erlangen, weil ihnen dieAufmerksamkeit entweder ins Gesicht leuchtet oder sie in ihreUnterwelt des Unbewußten zurückbannt. Anders bei demDegenerirten und Erschöpften, der an Willensschwäche und man-gelhafter Aufmerksamkeit leidet. Die blassen, kaum erkennbarenGrenzvorstellungen werden zugleich mit den gut belichteten Mit-iclpunktvorstellungen wahrgenommen. Das Urtheil wird schwan-kend und fließend wie Nebelmassen im Morgenwind. Das Be-wußtsein, das die geisterhaft durchsichtigen, formlosen Grenz-vorstellungen bemerkt, sucht sie vergebens zu begreifen und deutetsie ohne Vertrauen, wie man Wolkenumrissen Ähnlichkeiten mitDingen oder Wesen andichtet. Wer in finsterer Nacht die Er-scheinungen am fernen Gesichtskreis zu erkennen gesucht hat,der kann sich eine Vorstellung von dem Bilde machen, das dieGedankenwelt eines Geschwächten darbietet. Sieh da eine dunkleMasse! Was ist es? Ein Baum? Eine Heumiethe? Ein Räuber?Ein Naubthier? Soll man fliehen? Soll man darauf losgehen?