Der Mysticismus.
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merksam zu sein. Alexander Starrhat 23 Fälle von Ver-letzungen oder Erkrankungen der Stirnlappen des Gehirnsveröffentlicht, in welchen es den Betreffenden „unmöglich war,ihre Aufmerksamkeit zu fixiren", und Ribot^) bemerkt: „EinMensch, der durch einen langen Spaziergang ermüdet ist, einGenesender, der eine schwere Krankheit überstanden hat, miteinem Worte alle Geschwächten sind der Aufmerksamkeit un-fähig . . . Das Unvermögen, aufmerksam zu sein, geht mitallen Formen der Erschöpfung einher."
Die Hirnthätigkeit der Degenerirten und Hysteriker, nichtüberwacht und gezügelt von der Aufmersamkeit, ist eine will-kürliche, plan- und ziellose. Die Vorstellungen werden durchdas Spiel der uneingeschränkten Jdeen-Assoziation ins Bewußt-sein gerufen und können sich darin frei tummeln. Sie erwachenund erlöschen automatisch und der Wille greift nicht ein, umsie zu verstärken oder zu unterdrücken. Neben einander erschei-nen Vorstellungen, die einander fremd sind oder einander aus-schließen. Da sie zu gleicher Zeit und in ungefähr gleicher Stärkeim Bewußtsein enthalten sind, so knüpft sie dieses, dem Gesetzeseiner Thätigkeit entsprechend, zu einem Gedanken aneinander,der nothwendiger Weise unsinnig ist und die wirklichen Be-ziehungen der Erscheinungen nicht ausdrücken kann.
Das Fehlen oder die Schwäche der Aufmerksamkeit führtalso zunächst zu falschen Urtheilen über die Welterscheinung,über die Eigenschaften der Dinge und ihre Beziehungen zueinander. Das Bewußtsein erlangt ein verzerrtes und ver-schwommenes Bild der Außenwelt. Aber es tritt noch einezweite Folge ein. Der chaotische Verlauf der Reize die Bahnender Ideen- Assoziation und der anatomischen Nachbarschaft ent-lang weckt die Thätigkeit naher, ferner und fernster Zellcn-
') Lrsin, Januar 1886. Angeführt von L-ibob, ks^obolvAis äs1'Lttention, S. 68.
-) Ribot, a. a. O. S. 106 u. 119.