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Der Mysticisimis.
Was ist Aufmerksamkeit? Th. Ribot^) umschreibt diesen Begriffals „eine freiwillige oder künstliche Anpassung des Individuumsan einen vorherrschenden Gedanken." (Ich übersetze dieseDefinition frei, weil die von Ribot gebrauchten Ausdrücke fin-den Laien zu lange Erklärungen nöthig machen würden.)Mit anderen Worten: Aufmerksamkeit ist die Fähigkeit desGehirns, von den Erinnerungsbildern, welche durch Ideen-Assoziation oder Reizwelle bei jeder Erregung einer Hirnzelleoder Zellengruppe ins Bewußtsein treten, einen Theil zu unter-drücken und nur einen andern Theil bestehen zu lassen, nämlichblos diejenigen Erinnerungsbilder, welche sich auf den Erregerdes Reizes, auf den eben wahrgenommeneu Gegenstand be-ziehen.
Wer trifft diese Auswahl unter den Erinnerungsbildern ?Der Reiz selbst, der die Hirnzellen in Thätigkeit versetzt.Am stärksten werden natürlich die Zellen erregt, die unmittelbarmit den Zuleitungsnerven Zusammenhängen Etwas schwächerist schon die Erregung der Zellen, denen die erst erregteZelle ihren Reiz auf der gewohnheitsmäßig durchlaufenenNervenbahn zusendet, noch schwächer die der Zellen, welche durchdenselben Mechanismus von der in zweiter Linie erregtenZelle ihren Reiz erhalten. Am lebhaftesten wird also die Vor-stellung sein, welche die unmittelbare Wahrnehmung erweckt,etwas schwächer schon die, welche die erste Vorstellung durchIdeen-Assoziation wachruft, noch schwächer die, welche dieassoziirte Vorstellung ihrerseits nach sich zieht. Wir wissenferner, daß eine Erscheinung nie einen einzigen Reiz übt,sondern mehrere zugleich. Wenn wir z. B. einen Menschenvor uns sehen, so nehmen wir nicht blos einen Punkt vonihm wahr, sondern einen größern oder geringer» Theil seinerOberfläche, das heißt eine ganze Anzahl verschieden gefärbterund verschieden beleuchteter Punkte; wir hören ihn außerdem
ü?t>. Lidot, ks^ebolvKis äa batteutioll. ks-rls, 1889.