Der Mysticismus.
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des Erkennens und Urtheilens nicht mehr als das tumultuoseAuftauchen von Erinnerungsbildern in der Nachbarschaft desReizzentrums. Die Vorstellungen, welche die Jdeen-Affoziationins Bewußtsein ruft, stehen zwar mit der Erscheinung, welcheeinen Reiz ins Gehirn gesendet hat und von diesem wahrge-nommen worden ist, in einem etwas nähern Zusammenhängeals die im geometrischen Kreise der Reizwelle auftauchenden,aber selbst dieser Zusammenhang ist so lose, daß er zur Deu-tung der Erscheinung keine nützliche Mitwirkung bietet. Wirdürfen nicht vergessen, daß eigentlich alle unsere Wahrnehmungen,Vorstellungen und Begriffe durch Jdeen-Affoziation näher oder-ferner Zusammenhängen. Wie bei dem oben angeführten Bei-spiel die Wahrnehmung- von Blau die Vorstellungen vomHimmel, vom Meer, von einem blauen Auge, einer Uniformu. s. w. erweckt, so wird jede dieser Vorstellungen wieder dienach dem Wundt'schen Gesetz ihnen affoziirten Ideen erwecken,der Himmel die Vorstellung von Sternen, Wolken, Regen,das Meer die von Schiffen, Reisen, fremden Ländern, Fischen,Perlen u. s. w., das blaue Auge die eines Mädcheuantlitzes,der Liebe und aller ihrer Emotionen, kurz diese eine Wahr-nehmung kann durch den Mechanismus der Jdeen-Affoziationungefähr alle Vorstellungen erwecken, die wir überhaupt jemalsgebildet haben, und der blaue Gegenstand, den wir thatsächlichvor Augen haben und wahrnehmen, wird durch diesen Tumultvon Vorstellungen, die sich nicht unmittelbar auf ihn beziehen,weder verdeutlicht noch erklärt.
Damit also die Jdeen-Affoziation ihre Funktion in derHirnthätigkeit erfülle und sich als nützliche Erwerbung desOrganismus bewähre, muß eines hinzutreten: die Aufmerk-samkeit. Sie ist es, die Ordnung ins Chaos der durch dieJdeen-Affoziation wachgerufenen Vorstellungen bringt und sieder Erkenntniß und dem Nrtheil nutzbar macht.