Druckschrift 
1 (1892)
Entstehung
Seite
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Der Mysticismus.

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vielleicht, berühren ihn etwa anch und nehmen jedenfalls außerihm selbst auch etwas von seiner Umgebung, von seinen Be-ziehungen im Raume wahr. So entsteht in unserm Gehirneine ganze Anzahl von Reizzentren, die gleichzeitig in der obendargestcllten Weise wirken. Im Bewußtsein erwacht eineReihe von Ur-Vorstellungen, die stärker, das heißt deutlichersind als die assoziirten, die Gefolgs-Vorstellungen, gerade dieVorstellungen, die der vor uns stehende Mensch selbst erweckthat. Sie sind gleichsam hellste Lichtpunkte inmitten solchervon geringerer Leuchtkraft. Diese hellsten Lichtpunkte herrschennothwendig im Bewußtsein über die minder Hellen vor. Sieerfüllen das Bewußtsein, das sie zu einem Urtheil verknüpft. Dennwas wir Urtheil nennen, ist in letzter Linie nichts Anderes alsdas gleichzeitige Aufleuchten einer Anzahl von Vorstellungen imBewußtsein, die wir im Grunde blos deshalb zu einander inBeziehung bringen, weil wir uns ihrer eben zu gleicher Zeit bewußtwerden. Das Uebergewicht, das die hellsten Vorstellungen über diedunkleren, die Ur- über die Gefolgs-Vorstellungen im Bewußtseinerlangen, ermöglicht ihnen, mit Hilfe des Willens eine Zeit langdie ganze Hirnthätigkeit zu ihren Gunsten zu beeinflussen, nämlichdie schwächeren, die Gefolgs-Vorstellungen zu unterdrücken, die-jenigen Vorstellungen, welche sich mit ihnen nicht vereinigen lassen,zu bekämpfen, andere, durch die sie selbst verstärkt werden und dieihnen inmitten des beständigen Auftauchens und Verschwindenseinander jagender Vorstellungen einige Dauer sichern, zu kräftigen,in ihren Erregungskreis zu ziehen oder überhaupt erst wachzu-rufen. Das Eingreifen des Willens in diesen Kampf ums Da-sein der Vorstellungen denke ich mir so, daß er (wenn auch unbe-wußte) Bewegungsimpulse an die Muskeln der Hirnarterien aus-gibt. Dadurch werden die Blutgefäße nach Bedarf erweitert') oder

') Es ist möglich, daß nicht eine aktive Erweiterung der Blutgefäße statt-findet, sondern blos eine Verengung. Es ist in der letzten Zeit (u. A. vonvr. Moral, LswaiLS mßäioals, 1892, S. 112) geleugnet worden, daß es