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Der Mysticismus.
entstehenden eine etwas geringere Deutlichkeit haben und daßdiese immer mehr abnimmt, bis das Bewußtsein sie endlichüberhaupt nicht mehr wahrnehmen kann, bis sie, wie dieWissenschaft sich ausdrückt, unter die Bewußtseins-Schwelle sinken.Ein jeder Reiz weckt also nicht nur in der Zelle, zu welcherer unmittelbar geleitet wird, sondern auch in zahllosen anderenihr benachbarten und mit ihr verknüpften die Thätigkeit, welchemit Vorstellung verbunden ist. So entstehen gleichzeitig oderrichtiger in unmeßbar kurzem Zeitabstand hintereinander Tau-sende Vorstellungen von regelmäßig abnehmender Deutlichkeitund da unausgesetzt Tausende von äußeren und inneren or-ganischen Reizen das Gehirn treffen, so laufen fortwährendTausende von Reizwellen im Gehirn übereinander hin, ein-ander in der mannigfaltigsten Weise kreuzend und überschneidendund in ihrem Ablauf Millionen auftauchender, verdämmernderund verschwindender Vorstellungen erweckend. Das ist es, wasGoethe meint, wenn er in so prächtigen Worten schildert, wie„ . . . ein Tritt tausend Fäden regt,
Die Schifflein herüber, hinüber schießen,
Die Fäden ungesehen fließen,
Ein Schlag tausend Verbindungen schlägt."
Die Fähigkeit der Erinnerung kommt nun nicht blos derNerven-Zelle, sondern auch der Nervenfaser zu, die nureine Abänderung jener ist. Sie hat Gedächtniß für den Reiz,den sie geleitet, wie die Zelle für den, den sie in Vorstellungund Bewegung umgearbeitet hat. Sie wird von einem Reize, densie schon einmal geleitet hat, leichter durchlaufen als von einemsolchen, den sie zum erstenmal aus einer Zelle in die andereweitertragen soll. Jeder Reiz, der eine Zelle trifft, wird sichin der Richtung des geringsten Widerstandes ausbreiten unddiesen setzen ihm die Nervenbahnen entgegen, die er bereitsfrüher durchlaufen hat. So bildet sich für den Verlauf einerReizwelle ein bestimmter Weg, eine Marsch-Gewohnheit heraus,