Illn äs Meis.
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wäre es das harmloseste Kreisblättchen, liest, nimmt er,zwar nicht thätig eingreifend und entscheidend, aber doch neu-gierig verfolgend und empfangend, an tausend Ereignissen theil,die sich auf allen Punkten der Erde zutragen, und er kümmertsich gleichzeitig um den Verlauf einer Umwälzung in Chile,eines Buschkrieges in Deutsch-Ostafrika, eines Gemetzels inNord-China, einer Hungersnoth in Rußland, eines Straßen-putsches in Siidspanien und einer Weltausstellung in Nord-amerika. Eine Köchin empfängt und versendet mehr Briefeals einst ein Hochschulprofessor und ein kleiner Krämer reistmehr , sieht mehr Land und Volk als sonst ein regierenderFürst.
Alle diese Thätigkeiten, selbst die einfachsten, sind abermit einer Anstrengung des Nervensystems, mit einem Verbrauchvon Stoff verbunden. Jede Zeile, die wir lesen oder schreiben,jedes Menschengesicht, das wir sehen, jedes Gespräch, das wirführen, jedes Bild, das wir bei einem Blick ans dem Wagen-fenster des dahinfliegenden Schnellzugs aufnehmen, versetzt un-sere Sinnesnerven und unsere Hirnzentren in Thätigkeit. Jaselbst die gar nicht bewußt wahrgenommenen kleinen Erschüt-terungen ans der Eisenbahnfahrt, die beständigen Geräuscheund wechselnden Anblicke der Großstadt-Straßen, unsereSpannung auf die Fortsetzung der Mittheilungen über be-gonnene Ereignisse, die beständige Erwartung der Zeitung, desBriefträgers, der Besucher bereitet unserm Gehirn Arbeit. DieBevölkerung Europas hat sich seit fünfzig Jahren nicht ver-doppelt, ihre Leistungen haben sich verzchn-, theilweise verfünfzig-facht. Jeder einzelne gesittete Mensch liefert heute fünf- bisfünfundzwanzigmal so viel Arbeit, wie vor einem halben Jahr-hunderte von einem solchen gefordert wurde.
Dieser ungeheuer gestiegenen organischen Ausgabe stehtkein entsprechendes Steigen der Einnahme gegenüber, kann ihrnicht gegenüberstehen. Die Europäer essen heute etwas mehr