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§iu äs Lieds.
Alle Ursachen" (welche Hysterie veranlassen) „können, wasihre Rolle als Krankheitcrreger betrifft, auf einen einzigenphysiologischen Vorgang zurückgeführt werden: auf die Ermü-dung, auf die Herabstimmnng der Lebensthätigkeit."
Dieser Ursache nun, welche nach Fors gesunde Menschenin Hysteriker verwandelt, der Ermüdung, ist die ganze gesitteteMenschheit seit einem halben Jahrhundert ausgesetzt. Alleihre Lebensbedingnngen haben in dieser Zeit eine Umwälzungerfahren, für die es in der Weltgeschichte kein Beispiel gibt.Noch hat die Menschheit kein Jahrhundert zu verzeichnen, inwelchem sich die Erfindungen, die in die Lebensweise jedes Ein-zelnen so tief, so tyrannisch eingreifen, zusammeudrängen wiein dem unsrigen. Die Entdeckung von Amerika, die Refor-mation haben ohne Zweifel die Geister sehr erregt und gewißauch das Gleichgewicht von Tausenden wenig widerstandskräf-tiger Gehirne gestört. Aber das stoffliche Dasein der Menschenhat sich dadurch nicht geändert. Man stand ans und legte sich,aß und trank, kleidete, unterhielt sich, verbrachte seine Tage undJahre, wie man es immer gewohnt gewesen war. In unsererZeit dagegen haben Dampf und Elektrizität die Lebensgewohn-heiten eines jeden Angehörigen gesitteter Völker ans den Kopfgestellt, selbst des gebundensten und beschränktesten Spießbürgers,der den treibenden Gedanken der Zeit vollkommen unzugäng-lich war.
In einem außergewöhnlich bemerkenswerthen Vortrag, denPros. A. W. von Hofmann 1890 vor der deutschen Natur-forscher-Versammlung in Bremen hielt, gab er am Schluß einekurze Schilderung des Lebens eines Städters im Jahre 1822.Er zeigt uns einen Naturforscher, der damals mit der Postaus Bremen in Leipzig ankommt. Die Reise hat vier Tageund vier Nächte gedauert und der Mann ist natürlich gerädert.Er wird von den Freunden empfangen und möchte sich einwenig erfrischen. Es gibt aber noch kein Münchener Bier in