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Iän äs Sisele.
Hysterikern wie bei den Degenerirren fällt zunächst eine außer-ordentliche Emotivität auf. „Der Grundzug der Hysteriker/' sagtColin^) „ist die übermäßige Eindrnckssähigkeit ihrer psychischenZentren ... Sie sind vor Allem Sensitive." Ans dieserersten Eigen-schaft geht eine zweite, ebenso auffallende und wichtige hervor,die überaus große Leichtigkeit, mit der sie der Suggestionunterworfen werden können?) Die älteren Beobachter habenimmer von der grenzenlosen Verlogenheit der Hysteriker ge-sprochen, wohl gar sich über sie entrüstet und sie zum vor-nehmsten Merkmal ihrer Geistesbeschaffenheit gemacht. Siehaben einen Jrrthum begangen. Der Hysteriker lügt nicht be-wußt. Er glaubt an die Wahrheit seiner tollsten Erfindungen.Die krankhafte Beweglichkeit seines Geistes, die übertriebenleichte Erregbarkeit seiner Einbildungskraft führt seinem Be-wußtsein allerlei wunderliche und unsinnige Vorstellungen zu, ersuggerirt sich selbst, daß diese Vorstellungen auf wirklichen Wahr-nehmungen beruhen, und er glaubt so lange an die Wahrheitseiner tollen Erfindungen, bis eine neue Suggestion, sei es eineeigene, sei es eine von einem Andern ausgehende, die frühereverdrängt hat. Eine Folge der Empfänglichkeit des Hysterikersfür die Suggestion ist seine unwiderstehliche Nachahmungssucht ^)und der Eifer, mit welchem er auf alle Eingebungen von Schrift-stellern und Künstlern eingeht?) Wenn er ein Bild sieht,will er ihm in Haltung und Kleidung ähnlich werden; wenner ein Buch liest, eignet er sich dessen Anschauungen blindlingsan; er nimmt die Helden der Romane, die er gerade in Händenhat, zum Vorbild und lebt sich in den Charakter der Personenhinein, die sich auf der Bühne vor ihm bewegen.
Zu der Emotivität und Suggestibilität kommt eine bei gesunden
Oolin, a. a. O. S. 14.
2) ttilles äs l«. louretNs, a. a. O. S. 548 und M88im.
") Oolin, a. a. O. S. 15 und 16.
Oilles äs la louretts, a. a. O. S. 493.