Druckschrift 
1 (1892)
Entstehung
Seite
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kän äs Lissls.

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fühlen, oder die in überschwänglichen Ausdrücken Schönheitenpreisen, die der Degenerirte darin zn finden behauptet, ahmenunbewußt ein Stigma des Halbwahnsinnes nach.

Neben dem moralischen Irrsinn und der Emotivität kommtbei dem Entarteten ein Zustand geistiger Kraft und Muth-losigkeit zur Beobachtung, der, je nach seinen Lebensumständeu,die Form des Pessimismus, einer unbestimmten Furcht vorallen Menschen und der ganzen Welterscheinung oder desWiderwillens gegen sich selbst annimmt.Diese Kranken,"sagt Morel^)haben ein beständiges Bedürfniß, sich zu be-klagen, zu schluchzen, dieselben Fragen und Worte mit einerEinförmigkeit zu wieverholen, die zur Verzweiflung bringt.Sie haben delirirende Vorstellungen von Untergang und Ver-dammniß und allerlei eingebildete Besorgnisse."Der Ekelverläßt mich nicht," äußert ein derartiger Kranker, dessen Ge-schichte Roubinovitch?) erzählt,es ist der Ekel vor mir selbst."Unter den geistigen Stigmaten", heißt es bei demselben Ver-fassers)sind auch noch jene nicht zu bestimmenden Befürch-tungen zu verzeichnen, welche die Entarteten an den Taglegen, wenn sie irgend etwas betrachten, riechen oder berührensollen." Und weiterhin^) gedenkt er ihrerunbewußten Angstvor Allem und Jedem." In diesem Gemälde des niederge-schlagenen, düstern, an sich und der Welt verzweifelnden Melancho-likers, den die Furcht des Unbekannten peinigt und den un-bestimmte, aber schreckliche Gefahren umdrohen, erkennen wirZug für Zug den Menschen der Völkerdämmerung und diekin-äo-siools-Stimmung wieder, die im ersten Kapitel geschil-dert wurden.

') Morel, lau äsiirs Muoxllsbicius äss alitzuss Köwisssurs.Lmnalss nißäieo-xs^eUoIoAiciuss, 1871.r) Roilbinovitch, a. a. O. Seite 28.

Roubinovitch, a. a. O. Seite 37.

Roubinositch, a. a. O. Seite 66.

Nordau, Entartung.

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