äs Lisels.
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Arbeit klassischer Meister, ihre gewissenhafte Beobachtung derGesetze des Kontrapunkts gilt für flach und langweilig. Beieiner anrnuthig abfallenden, klar ausklingenden Coda, bei einemOrgelpunkte mit richtiger Harmonik gähnt man. Beifallklatschenund Kränze gelten Wagners „Tristan und Isolde" und be-sonders dem mystischen »Parsifal", der Kirchenmusik in Bruneaus„Traum", den Symphonien von Cäsar Franck. Die Musik, diegefallen soll, muß entweder religiöse Andacht heucheln oder durchihre Form ans der Fassung bringen. Der musikalische Hörer hatdie Gewohnheit, jedes Motiv, das im Tonstück austritt, un-willkürlich im Geiste ein wenig zu entwickeln. Die Art, wieder Tonsetzer sein Motiv weiterführt, muß nun von dieser vorans-geahnten Entwickelung gänzlich verschieden sein. Sie darf nichterrathen werden können. Wo man einen konsonanten Inter-vall erwartet, muß ein dissonanter erscheinen; wenn man diePhrase in einleuchtender Schlnßkadenz bis zu einem natür-lichen Ende ausgesponnen zu sehen hofft, muß sie inmitten einesTaktes jäh abreißen. Die Tonarten und Höhenlagen müssenplötzlich wechseln. Im Orchester muß eine eifrige Polyphoniedie Aufmerksamkeit nach vier, fünf Seiten zugleich Hinrufen;einzelne Instrumente oder Instrument-Gruppen müssen ohneRücksicht für einander auf den Hörer gleichzeitig losreden, biser in die nervöse Erregung eines Menschen geräth, der sichvergebens bemüht, im Wirrwarr eines Dutzends durcheinandersprechender Stimmen die Worte zu verstehen. Das Thema,auch wenn es zuerst eine deutlich umrissene Figur hat, mußimmer unbestimmter werden, immer mehr verfließen undbald in einen Nebel zerrinnen, in welchem die Einbildungskraftwie in jagenden Nachtwolken alle Formen sehen kann, die siewill. In chromatisch steigenden und fallenden endlosen Triolen-gängen auf- und abwogend muß die Tonslut ohne erkennbareGrenzen und Ziele Hinströmen und dem angestrengt nach Landauslugenden Blicke des mit ihr treibenden Hörers manchmal