Druckschrift 
1 (1892)
Entstehung
Seite
11
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kin äs 8iöels.

II

plötzlich in Vers oder Prosa, in Tönen oder Farben zn weis-sagen beginnt oder seine Knnst anders zn üben vorgibt wieseine Vorgänger nnd Wettbewerber, da entsteht ein großerZulanf zn ihm, die Leute, die sich um ihn drängen, suchen inseinen Leistungen wie in Orakeln der Pythia, einen Sinn znerrathen nnd sie zu deuten nnd je dunkler, je nichtssagendersie sind, umso mehr Zukunft scheinen sie den armen nachOffenbarungen lechzenden Maulasfen in sich zu schließen undumso gieriger, umso leidenschaftlicher werden sie ausgelegt.

Das ist der Anblick, den im rothen Lichte der Völkerdäm-merung das Menschengetriebe darbietet. Die geballten Wolkenam Himmel flammen in der unheimlich schönen Lohe, die nach demKrakatoa-Ausbruche jahrelang beobachtet wurde. Über die Erdekriechen tiefer und tiefer werdende Schatten nnd hüllen dieErscheinungen in ein geheimnißvolles Dunkel, das alle Gewiß-heiten zerstört und alle Ahnungen gestattet. Die Formen ver-lieren ihre Umrisse und lösen sich in fließende Nebel auf. EinTag ist vorüber, die Nacht zieht herauf. Die Alten sehen ihrmit Bangen entgegen, denn sie fürchten, daß sie ihr Ende nichterleben werden. Einige wenige Junge und Starke fühlen in allenAdern und Nerven ihre Lebenskraft und freuen sich auf denSonnenaufgang. Die Träume, welche die Stunden der Dunkelheitbis zum Anbruch des neuen Tages ausfüllen, sind bei jenentrostlose Erinnerungen, bei diesen hochgemuthe Hoffnungen,und die Form, in der diese Träume sinnfällig werden, sinddie künstlerischen Hervorbringungen der Zeit.

Hier ist der Platz, einem möglichen Mißverständnissevorzubeugen. Die große Mehrheit der mittleren und unterenKlassen ist natürlich nichtlrn-äe-sinelö." Zwar wühlt dieZeitstimmung die Völker bis in ihre letzten Tiefen auf underweckt selbst im dunkelsten, rudimentärsten Menschen einWunderliches Gefühl des Wogens und Treibens. Aber dieserZustand mehr oder minder leichter seelischer Seekrankheit