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Fiu äs 8isels.
pflegte; dem Gläubigen die Abschüttelung des Dogmas, dieLeugnung der übersinnlichen Welt, das Aufgehen im flachenPhänomenismus; dem Feinfühligen, nach ästhetischen Nerven-schwingungen Verlangenden das Schwinden des Ideals in derKunst und deren Unvermögen, mit den alten Formen nochEmpfindungen zu erregen; Allen aber das Ende einer Weltordnung, die Jahrtausende lang die Logik befriedigt, die Ruch-losigkeit gebändigt und in allen Künsten Schönes gezeitigt hat.
Ein Geschichtsabschnitt neigt sich unverkennbar zur Rüsteund ein anderer kündigt sich an. Durch alle Überlieferungengeht ein Riß und Morgen scheint nicht an Heute ankuüpfen zuwollen. Das Bestehende wankt und stürzt, man läßt esniedertaumeln, weil man seiner satt ist und nicht glaubt, daßseine Erhaltung eine Anstrengung Werth sei. Die Anschau-ungen, die bisher die Geister beherrscht haben, sind todt oderwie entthronte Könige verjagt; um ihre Erbschaft ringen be-rechtigte und anmaßende Nachfolger. Einstweilen waltet dar-Interregnum mit all seinen Schrecken: Verwirrung der Ge-walten, Rathlosigkeit der ihrer Führer beraubten Menge, Will-kür der Starken, Auftauchen falscher Propheten, Entstehenvergänglicher, doch um so tyrannischerer Theilherrschaften.Sehnsüchtig blickt man nach dem kommenden 'Neuen aus, ohneindcß zu ahnen, aus welcher Richtung es zu erwarten ist undwas es sein wird. Im Durcheinander der Gedanken erhofftman von der Kunst Aufschlüsse über die Ordnung, welche demWirrwarr folgen soll. Der Dichter, der Musiker soll ver-künden oder doch errathen, mindestens ahnen lassen, in welchenFormen die Gesittung sich weiter entwickeln wird. Waswird morgen sittlich, was schön sein? Was wird man mor-gen wissen, woran glauben, wofür sich begeistern, wie ge-nießen? So tönt die tausendstimmige Frage aus der Mengeund wo ein Marktschreier eine Bude aufthut und eine Ant-wort zu haben behauptet, wo ein Narr oder ein Schwindler