IH üs Lisels.
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Diese Proben lassen erkennen, wie das Wort in seinemUrsprungslande verstanden wird. Die deutschen Nachäsfer derPariser Moden, welche „kin-äe-sioolo" ziemlich ausschließlichim Sinne von zotenhaft und unzüchtig anwcndcn, mißbrauchenin ihrer groben Unwissenheit das Wort ebenso, wie sie einMenschenalter vorher den Ausdruck „cksmi-moncke" aus Un-keuntniß seiner eigentlichen Bedeutung vergemeinert und ihmden Sinn von „Freudendirne« gegeben haben, während seinSchöpfer Dumas mit diesem Worte Personen bezeichnen wollte,in deren Leben ein dunkler Punkt ist und die deshalb aus demKreise ausgeschlossen wurden, dem sie durch Geburt, Erziehungoder Laufbahn angehören, die aber durch ihr Auftreten, wenig-stens dem Unkundigen, nicht verrathen, daß sie nicht längeranerkannte Mitglieder ihrer Kaste sind.
Auf den ersten Blick scheint ein König, der seine Herrscher-rechte um einen ansehnlichen Check verkauft, wenig Aehnlichkeitmit Neuvermählten zu haben, die ihre Hochzeitsreise in einemLuftballon machen, und der Zusammenhang zwischen einem bischöf-lichen Barnum und einem wohlerzogenen Fräulein, das derFreundin zu einer durch einen Hausfreund gemilderten Geld-heirat rüth, ist nicht sofort zu erkennen. Und doch habenalle diese kin-cis-sisolo-Fälle ein Gemeinsames: die Mißachtungder herkömmlichen Anschauungen von Anstand und Sitte.
Das ist der Begriff, der dem Worte „ün-äo-siools" zuGrunde liegt: die praktische Lossagung von der überliefertenZucht, die theoretisch noch zu Kraft besteht. Dem Wüstling be-deutet dies zügellose Unflätigkeit, die Entfesselung der Bestieim Menschen; dem trockenen Selbstling die Verachtung allerRücksicht auf die Nebenmenschen, das Niedertreten allerSchranken, welche rohe Geldgier und Genußsucht einschlicßen;dem Weltverächter das unverschämte Hcrvortretcn der niedrigenTriebe und Beweggründe, welche man sonst, wenn nichttugendhaft zu unterdrücken, doch heuchlerisch zu verbergen