Cap. 14.
und Sclilußbemei’kungen.
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der Freude oder des Vergnügens von unseren Urerzeugern ausgeübt,wurde, lange ehe sie verdienten, menschlich genannt zu werden: dennsehr viele Arten von Affen stoßen, wenn sie vergnügt sind, einenoft wiederholten Laut aus, welcher offenbar unserem Lachen analogist und von zitternden Bewegungen ihrer Kiefer und Lippen be-gleitet wird, wobei die Mundwinkel nach hinten und oben gezogen,die Wangen gefurcht und selbst die Augen glänzend werden.
ln gleicher Weise können wir schließen, daß die Furcht seiteiner äußerst entfernt zurückliegenden Zeit in beinahe derselben Weiseausgedrückt wurde, wie es jetzt, von Menschen geschieht: nämlichdurch Zittern, Aufrichten der Haare, kalten Schweiß, Blässe, weitgeöffnete Augen, Erschlaffung der meisten Muskeln und dadurch, daßsich der Körper niederduckte oder bewegungslos gehalten wurde.
Leiden wird von Anfang an, wenn es groß war, Schreien oderHeulen verursacht haben, wobei mit den Zähnen geknirscht und derKörper gewunden wurde. Unsere IJrerzeuger werden aber jene in sohohem Grade ausdrucksvollen Gesichtszüge nicht eher dargeboten haben,welche das Schreien und Weinen begleiten, als bis ihre Circulations-und Respirationsorgane und die die Augen umgebenden Muskeln ihrengegenwärtigen Bau erlangt hatten. Das Vergießen von TJiränenscheint durch Refiextliätigkeit in Folge der krampfhaften Zusammen-ziehung der Augenlider, vielleicht in Verbindung mit einer Überfüllungder Augen mit Blut während des Actes des Schreiens, entstandenzu sein. Das Weinen trat daher wahrscheinlich spät in der Reiheunserer Vorfahren auf; dieser Schluß stimmt mit der Thatsache über-ein, daß unsere nächsten Verwandten, die anthropomorphen Affen,nicht weinen. Wir müssen hier indessen mit einiger Vorsicht auf-treten; denn da gewisse Affen, welche nicht nahe mit den Menschenverwandt sind, weinen, so kann sich diese Gewohnheit schon vorlanger Zeit bei einem Unterzweige der Gruppe entwickelt haben, vonwelcher der Mensch ausgegangen ist. Wenn unsere früheren Urerzeugervon Kummer oder Sorgen litten, werden sie nicht eher ihre Augen-brauen schräg gestellt oder ihre Mundwinkel herabgezogen haben,bis sie die Gewohnheit erlangt hatten, zu versuchen, ihr Schreienzu unterdrücken. Es ist daher der Ausdruck des Kummers und derSorge in eminentem Grade menschlich.
Wuth wird schon in einer sehr frühen Zeit durch drohende oderrasende Geberden, durch Rothwerden der Haut und durch starrendeAugen, aber nicht durch ein Stirnrunzeln ausgedrückt worden sein.Die Gewohnheit, die Stirne zu runzeln, scheint nämlich dadurch er-