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Zusammenfassung
Cap. 14.
solche wie die oben angeführten, von jedem Individuum gelernt wor-den. d. h. sind bewußterweise und willkürlich während der früherenLebensjahre zu irgend einem bestimmten Zwecke oder aus NachahmungAnderer ausgeführt und dann zur Gewohnheit geworden. Die bei weitem.größere Zahl der Bewegungen des Ausdrucks, und alle die bedeutungs-volleren, sind, wie wir gesehen haben, angeboren oder vererbt, undvon diesen kann man nicht sagen, daß sie vom Willen des Individuumabhängen. Nichtsdestoweniger waren alle die unter unser erstes Gesetzfallenden ursprünglich zu einem bestimmten Zwecke ausgeführt wor-den, — nämlich um irgend einer Gefahr zu entgehen, irgend eineNoth zu erleichtern oder irgend ein Verlangen zu befriedigen. Ivskann z. B. darüber kaum ein Zweifel bestehen, daß die Thiere, welchemit ihren Zähnen kämpfen, die Gewohnheit, wenn sie wild werden,ihre Ohren rückwärts dicht an den Kopf zu drücken, dadurch erlangthaben, daß ihre Voreltern willkürlich in dieser Weise gehandelt haben,um ihre Ohren vor dem Zerrissenwerden durch ihre Gegner zu schützen;denn diejenigen Thiere, welche nicht mit ihren Zähnen kämpfen,drücken einen wild gereizten Seelenzustand nicht in dieser Weise aus.Wir können es für in hohem Grade wahrscheinlich halten, daß wirselbst die Gewohnheit, die Muskeln rings um die Augen zusammenzu-ziehen, wenn wir ruhig weinen, d. h. ohne die Äußerung irgend einesLautes, dadurch erlangt haben, daß unsere Urerzeuger besonderswährend der Kindheit beim Acte des Schreiens ein unbehagliches Ge-fühl in ihren Augäpfeln empfunden haben. Ferner sind einige in hohemGrade ausdrucksvolle Bewegungen das Besultat des Versuchs, andereausdruckgebende Bewegungen aufzuhalten oder zu verhindern; so istdie schräge Stellung der Augenbrauen und das Herabziehen der Mund-winkel eine Folge des Versuchs, den Ausbruch eines Schreianfalls zuverhüten oder ihn zu unterbrechen, wenn er eingetreten ist. Hierhegt es auf der Hand, daß das Bewußtsein und der Wille zuerst mitin’s Spiel gekommen sein müssen, womit indeß nicht gesagt seinsoll, daß wir uns in diesen oder in anderen derartigen Fällen bewußtwürden, welche Muskeln in Thätigkeit gesetzt werden, was hier sowenig geschieht wie bei der Ausführung der allergewöhnlichsten will-kürlichen Bewegungen.
Was die ausdruckgebenden Bewegungen betrifft, welche von demGrundsätze des Gegensatzes abhängen, so ist hier klar, daß, wennauch in einer entfernten und indirecten Art, der Wille dabei in’sSpiel gekommen ist. Dasselbe gilt auch für die Bewegungen, welcheunter unser drittes Princip fallen. Insofern diese dadurch beeinflußt