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Der Ausdruck der Gemüthsbewegungen bei dem Menschen und den Thieren
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Cap. 13.

Krröthen.

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hervorzurufen. Auch werden durch die Kraft der Association undVererbung unsere Haargefäße erschlafft, sobald wir wissen oder unseinbilden, daß irgend Jemand, wenn auch nur stillschweigend, unsereHandlungen, Gedanken oder unseren Character tadelt, und ferner, wennwir hoch gepriesen werden.

Nach dieser Hypothese können wir verstellen, woher es kommt,daß das Gesicht viel mehr erröthet, als irgend ein anderer Theil desKörpers, wenn schon die ganze Oberfläche in gewisser Weise afficirtwird, besonders bei den Rassen, welche noch immer nahezu nackteinhergehen. Es ist durchaus nicht überraschend, daß die dunkelgefärbten Rassen erröthen, wenn schon keine Veränderung der Farbeauf ihrer Haut sichtbar ist. Nach dem Principe der Vererbung istes ferner nicht überraschend, daß blindgeborene Personen erröthen.Wir können verstehen, warum junge Individuen viel mehr afficirtwerden als alte, und Frauen mehr als Männer und warum die ent-gegengesetzten Geschlechter speciell gegenseitig das Erröthen erregen.Es wird verständlich, warum persönliche Bemerkungen besonders leichtErröthen verursachen und warum die mächtigste aller Ursachen dieSchüchternheit ist. Denn die Schüchternheit bezieht sich auf dieGegenwart oder die Meinung Anderer, und schüchterne Personen sindstets mehr oder weniger selbstbewußt, ln Bezug auf wirkliche Schamin Folge moralischer Fehler können wir verstehen, woher es kommt,daß nicht die Schuld, sondern der Gedanke, daß Andere uns fürschuldig halten, ein Errötlien erregt. Ein Mensch, welcher über einin Einsamkeit begangenes Verbrechen nachdenkt und von seinem Ge-wissen gepeinigt wird, erröthet nicht. Doch wird er unter der leb-haften Rückerinnerang an einen entdeckten Fehler oder an einen inder Gegenwart Anderer begangenen erröthen, wobei der Grad desErröthens in naher Beziehung zum Gefühle der Achtung vor Denensteht, welche seinen Fehler entdeckt, mit erlebt oder vermuthet haben.Verletzung conventioneller Regeln des Betragens verursachen, wennsolche von uns gleich- oder höher als wir stehenden Personen strengaufrecht erhalten werden, häufig intensiveres Erröthen als selbst einentdecktes Verbrechen, und ein Act, welcher wirklich verbrecherischist, erregt, wenn er nicht von uns Gleichstehenden getadelt wird,kaum eine Erhöhung der Farbe auf unseren Wangen. Bescheidenheitaus Demuth oder die Regung der Sittsamkeit in Folge einer Unzart-heit erregt ein lebhaftes Erröthen, da sich beide auf das Urtheil oderdie feststehenden Gebräuche Anderer beziehen.

In Folge der intimen Sympathie, welche zwischen dem capillaren

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