Erröthen.
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Cap. 13.
System in einer derartigen Art und Weise afficirt wird, daß einergrößeren Menge Blut gestattet wird, in die Capillargefaße des inRede stehenden Tlieils einzuströmen. Diese vermehrte Tlnitigkeit derHaargefäße kann in manchen Fällen mit der gleichzeitig vermehrtenTlnitigkeit des Sensoriums combinirt sein.
Die Art und Weise, in welcher die Seele das vasomotorischeSystem beeinflußt, kann man sich in der folgenden Weise vorstellen.Wenn wir wirklich eine saure Frucht schmecken, so wird ein Eindruckdurch den Geschmacksnerven einem gewissen Theile des Sensoriumszugesendet. Dieses übermittelt Nervenkraft an das vasomotorischeCentrum, welches in Folge hiervon den muskulösen Wandungen derkleinen Arterien, welche die Speicheldrüsen durchziehen, gestattet zuerschlaffen, ln Folge hiervon fließt mehr Blut in diese Drüsen, unddiese sondern eine reichlichere Menge von Speichel ab. Nun scheintes keine unwahrscheinliche Voraussetzung zu sein, daß, wenn wir in-tensiv über eine Empfindung nachdenken, derselbe Theil des Sensoriumsoder ein nahe mit ihm zusammenhängender Theil desselben in einenZustand von Tlnitigkeit versetzt wird, in derselben Weise, als wennwir wirklich die Empfindung wahrnähmen. Ist dies der Fall, so wer-den dieselben Zellen im Gehirn, wenn auch vielleicht nur in einemgeringem Grade, durch ein lebhaftes Denken an einen säuern Ge-schmack so wie beim Wahrnehmen eines solchen erregt werden, undsie werden dann in dem einen Falle so gut wie in dem andernNervenkraft dem vasomotorischen Centraltheile und zwar mit densel-ben Resultaten übersenden.
Um noch eine andere und in gewissen Beziehungen noch passen-dere Erläuterung zu geben. Wenn ein Mensch vor einem tüchtigenFeuer steht, so röthet sich sein Gesicht. Dies scheint, wie Mr. MichaelFostek mir mittheilt, zum Theil eine Folge der örtlichen Wirkungder Hitze, zum Theil einer Reflexthätigkeit von dem vasomotorischenCentraltheile her zu sein 40 . In diesem letztem Falle afficirt die Hitzedie Nerven des Gesichts. Diese übermitteln einen Eindruck den em-pfindenden Zellen des Gehirns, welche auf den vasomotorischen Central-theil einwirken, und dieser wieder wirkt auf die kleinen Arterien desGesichts zurück, erschlafft sie und gestattet ihnen, sich mit Blut zufüllen. Auch hier scheint es nicht unwahrscheinlich zu sein, daß,wenn wir wiederholt mit großem Eifer unsere Aufmerksamkeit auf
46 s. auch Mr. Michael Foster, über die Thätigkeit des vasomotori-schen Systems in seiner interessanten Vorlesung vor der Royal Institution, über-setzt in der ,Revue des Cours Scientifiques 1 Sep. 25. 1869, p. 683.