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Ausdruck der Furcht.
Cap. 12.
„die Kehle schluckt und zieht sich zusammen“ 17 ; die unbedecktenund vortretenden Augäpfel sind auf den Gegenstand des Schreckensfixirt oder sie können auch ruhelos von der einen zur andern Seiterollen, „huc illuc volvens oculos totumque pererrat“ 1S . Der Angabenach werden die Pupillen enorm erweitert. Alle Muskeln des Kör-pers können steif oder in convulsivische Bewegungen versetzt werden.Die Hände werden abwechselnd geballt und wieder geöffnet, häufigmit einer zuckenden Bewegung. Die Arme können vorgestrecktsein, als wollten sie irgend eine fürchterliche Gefahr abwenden,,oder wild über den Kopf geworfen werden. Mr. Hagenauer hatdiese letztere Bewegung bei einem vor Furcht entsetzten Australiergesehen. In anderen Fällen tritt eine plötzliche und unbezwingbareNeigung zur kopflosen Flucht ein; und diese ist dann so stark, daßdie tapfersten Soldaten von einem plötzlichen panischen Schreckenergriffen werden können.
Wenn die Furcht auf den höchsten Gipfel steigt, dann wirdder fürchterliche Schrei des Entsetzens gehört. Große Schweißtropfenstehen auf der Haut. Alle Muskeln des Körpers werden erschlafft.Das äußerste Gesunkensein aller Kräfte folgt bald und die Geistes-kräfte versagen ihre Thätigkeit. Die Eingeweide werden afficirt. DieSchließmuskeln hören auf zu wirken und halten den Inhalt der Körper-höhlen nicht länger mehr zurück.
Dr. J. Cbichton Browne hat mir eine so bezeichnende Schilde-rung intensiver Furcht hei einer wahnsinnigen fünfunddreißig Jahrealten Frau mitgetheilt, daß ich es, so traurig die Beschreibung ist,für gut halte, sie hier nicht wegzulassen. Wenn sie einen solchenAnfall bekommt, schreit sie auf: „Dies ist die Hölle!“ „Da ist eineschwarze Frau!“ „Ich kann nicht heraus!“ — und andere derartigeAusrufungen. Wenn sie in dieser Weise schreit, sind ihre Bewegungendie abwechselnder Anspannung und Zitterns. Einen Augenblick langschließt sie ihre Hände fest, hält ihre Arme in einer steifen halb-gebeugten Stellung vor sich hin; dann biegt sie plötzlich ihren Kör-per nach vorn, schwingt sich schnell hin und her, zieht ihre Fingerdurch die Haare, packt sich am Halse und versucht sich die Kleiderabzureißen. Die Kopfnicker-Muskeln (Muse, sterno-cleido-mastoidei,welche vereint dazu dienen, den Kopf auf die Brust zu beugen)
17 Sir Ch. Bell, Transactions of Royal Soc. 1822, p. 308. „Anatomy ofExpression“, p. 88 und p. 164—169.
18 s. Moreau über das Rollen der Augen in der Ausgabe von 1820 desLavater, Tom IV, p. 263, s. auch Gratiolet, l)e la Physionomie, p. 17.