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Ausdruck des Erstaunens.
Cap. 12.
seinen Eintritt in’s Ohr, nämlich durch die Eustachische Trompetedarböte. Dr. Oöle * 6 aber, welcher so freundlich gewesen ist, diebesten neueren Autoritäten über die Functionen der EustachischenTrompete zu consultiren, theilt mir mit, daß es beinahe zur Evidenzerwiesen ist, daß sie, ausgenommen beim Acte des Sehlingens, ver-schlossen bleibt und daß bei Personen, bei denen die Trompete ab-normer Weise offen bleibt, der Gehörsinn durchaus nicht vollkommenerist; er wird dann im Gegentheil dadurch beeinträchtigt, daß dieAthenrlaute viel deutlicher werden. Wird eine Uhr in den Mund ge-halten, ohne aber dessen Wände irgendwo zu berühren, so wird dasPicken derselben viel weniger deutlich gehört, als wenn sie außengehalten -wird. Bei Personen, bei denen die Eustachische Trompetein Folge einer Krankheit oder eines Katarrhs permanent oder zeit-weilig verschlossen ist, ist das Hören beeinträchtigt. Dies dürfte aberdurch die Anhäufung von Schleim in der Trompete und die hierausfolgende Abschließung der Luft zu erklären sein. Wir können daherschließen, daß unter dem Eindrücke des Erstaunens der Mund nichtdeswegen offen gehalten wird, damit die Laute deutlicher gehörtwerden, trotzdem, daß die meisten tauben Personen ihren Mundoffen halten.
Eine jede plötzliche Seelenerregung, mit Einschluß des Er-staunens , beschleunigt die Herzthätigkeit und mit dieser auch dieRespiration. Nun können wir, wie Gbatiolet bemerkt 7 und wie esauch mir wohl der Fall zu sein scheint, viel ruhiger durch den offenenMund als durch die Nase athrnen. Wenn wir daher mit gespannterAufmerksamkeit auf irgend einen Laut zu hören wünschen, so unter-brechen wir entweder das Athemliolen oder wir athmem, indem wirunsernMund öffnen und gleichzeitig unsern Körper bewegungslos halten,so ruhig wie möglich. Einer meiner Söhne wurde in der Nacht durchein Geräusch aufgeweckt, unter Umständen, welche naturgemäß zugroßer Behutsamkeit veranlaßten, und nach wenig Minuten bemerkteer, daß sein Mund weit offen stand. Er wurde sich dann dessenbewußt, daß er ihn deshalb geöffnet hatte, um so ruhig wie möglichzu athmen. Diese Ansicht erhält noch durch die entgegengesetzte,bei Hunden vorkommende Erscheinung Unterstützung. Wenn einHund nach starker Körperbewegung keucht oder an einem sehr heißenTage ruht, so athmet er laut; wird aber seine Aufmerksamkeit plötz-
“ Auch Dr. Murie hat mir, zum Theil der vergleichenden Anatomie ent-
nommene, Aufschlüsse gegeben, welche zu demselben Schlüsse führen.
7 De la Physionomie, 1865, p. 234.