Cap. 11.
Bejahung und Verneinung.
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wärts geworfen und die Zunge ausgestreckt wird. Am nördlichenEnde des Continents in der Nähe der Torres-Straße schütteln dieEingebornen, wenn sie eine Verneinung ausdrücken, „nicht mit dem„Kopfe, sondern halten die rechte Hand in die Höhe und schütteln„diese, indem sie sie zwei oder dreimal halb herum und wieder„zurück drehen“ 22 . Das Zurückwerfen des Kopfes mit einem Schnal-zen der Zunge wird, wie man sagt, als Verneinungszeichen von denNeu-Griechen und Türken gebraucht, während das letztere Volk dasJa durch eine Bewegung ausdrückt, wie die von uns gemachte, wennwir den Kopf schütteln 23 . Wie mir Capitain Sfeedy mittheilt, drückendie Äbyssinier eine Verneinung durch ein Werfen des Kopfes nachder rechten Schulter hin aus, wobei gleichzeitig ein leichtes Schnal-zen bei geschlossenem Munde gemacht wird. Eine Bejahung wirddadurch ausgedrückt, daß der Kopf zurückgeworfen und die Augen-brauen für einen Augenblick erhoben werden. Die Tagalen vonLuzon im Archipel der Philippinen werfen, wie ich von Dr. AdolphMeyer höre, wenn sie Ja sagen, gleichfalls ihren Kopf zurück. Nachder Angabe des Rajah Bkookk drücken die Dyaks von Borneo eineBejahung durch Erhebung der Augenbrauen und eine Verneinungdurch ein leichtes Zusammenziehen derselben in Verbindung miteinem eigenthümlichen Blicke der Augen aus. In Bezug auf dieAraber am Nil kamen Professor und Mrs. Asa Gray zu dem Schlüsse,daß ein Nicken als Bejahung selten war, während ein Schütteln desKopfes als Verneinung niemals gebraucht und nicht einmal von ihnenverstanden wurde. Bei den Eskimos 24 bedeutet ein Nicken „Ja“ undein Blinzeln mit den Augen „Nein“. Die Neu-Seeländer erheben„den Kopf und das Kinn an der Stelle einer nickenden Zustimmung“ 25 .
In Bezug auf die Hindus kommt Mr. H. Erskine nach Erkundi-gungen, die er bei erfahrenen Europäern und bei gebildeten Einge-bornen angestellt hat, zu dem Schlüsse, daß die Zeichen für die Be-jahung und Verneinung abändern. Es wird zwar zuweilen ein Nickenund ein seitliches Schütteln, so wie wir es thun, gebraucht; eine Ver-neinung wird aber häufiger dadurch ausgedrückt, daß der Kopf plötz-lich nach hinten und ein wenig nach einer Seite geworfen und einleichtes Schnalzen mit der Zunge ausgestoßen wird. Was die Be-deutung dieses Sclmalzens mit der Zunge sein mag, welches bei ver-
22 Mr. J. B. Jukes, Letters and Extracts etc., 1871, p. 248.
23 F. Lieber, On the vocal sounds etc., p. 11. Tylor a. a. 0. p. 5.
24 Dr. King, Edinburgh Philos. Journal, 1845, p. 313.
25 Tylor, Early History of Mankind, 2. edit., 1870, p. 53.
Dabwin, Ausdruck. 4. Auflage. (VII.) 16